"Beim Dallmayr": Vor hundert Jahren gab's in München die erste Banane

- München (ap) - Die erste Banane, die es in Deutschland zu kaufen gab, importierte das Delikatessenhaus Dallmayr. Vor hundert Jahren, als diese Frucht noch als Sensation galt, hatte das Münchner Traditionsgeschäft sogar schon Mangos und Litchies im Angebot. Mit erlesenen Spezialitäten aus aller Welt handelt das Familienunternehmen seit 1700 erfolgreich, der Markenkaffee sorgte weithin für Bekanntheit.

<P>Damals wurde das erste Handelshaus in der Münchner Dienerstraße - nahe dem Rathaus - gegründet. Um 1870 übernahm der Kaufmann Alois Dallmayr den Laden und gab ihm seinen Namen. Später verkaufte er an Anton und Therese Randlkofer. Die früh verwitwete Geschäftsfrau, die unter anderem für den Import der exotischen Südfrüchte sorgte, machte aus Dallmayr eines der führenden Delikatessenhäuser Europas und erarbeitete sich insgesamt 15 Hoflieferanten-Titel.<BR><BR>Sie war es, die 1912 das prunkvolle Haus mit der berühmten gelben Fassade errichten ließ, die heute im Schnitt drei Mal täglich in der Fernsehwerbung zu sehen ist. Auch die Gewölbe im Innern und der Brunnen mit lebenden Krebsen sehen heute noch so aus wie damals. 1933 stieg bei Dallmayr der erst 19-jährige Bremer Kaufmann Konrad Werner Wille ein und baute das Kaffeegeschäft auf. Der Markenname Dallmayr Kaffee war geboren. Als Erster auf dem deutschen Markt importierte Wille Bohnen aus Äthiopien, dem Heimatland des Kaffees. Das Kaffeegeschäft wurde 1985 in ein selbstständiges Unternehmen überführt.<BR><BR>Mehr als 6000 Produkte bietet Dallmayr an, vom Leberknödel bis zum Lachs nach altem Zarenhof-Rezept. "Viele Kunden finden ,ihre Spezialität nur bei uns", sagt Georg Randlkofer, der das Delikatessengeschäft leitet. Der Anspruch an die Ware "geht so weit, dass wir gute Dinge selbst produzieren oder für uns produzieren lassen, weil wir die Qualität sonst nirgends bekommen". Beim Rind- und Schweinefleisch sorgen beispielsweise spezielle Züchtungen für den besonderen Geschmack. Niederbayerisches Freiland-Brathendl ist ebenso erhältlich wie frisch eingeflogenes Rindfleisch aus den Bergen Neuseelands.<BR><BR>Zur Zubereitung der exquisiten Produkte geben die Dallmayr-Mitarbeiter Tipps. "Beim Einkaufen braucht man den Rat eines Fachmanns, um Unterschiede erkennen zu können", sagt Randlkofer. Zu den Kunden zählten nicht nur die "oberen Zehntausend". Viele Münchner Familien kaufen schon seit Generationen "beim Dallmayr" ein, andere Kunden gönnen sich ab und zu einen besonderen Genuss.</P>

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