Beim Fleisch ist wieder mehr Qualität gefragt

Verbraucher: - München ­- Die Deutschen hielten sich 2006 in ihrem Fleischverzehr zwar etwas zurück, der Deutsche Fleischerverband kann aber trotzdem nicht klagen: Der Gesamtumsatz stieg um 3,3 Prozent auf 17,18 Milliarden Euro. Die Erklärung hierfür sei, dass sich die Verbraucher wieder verstärkt an Werten wie Qualität und Genuss orientierten, sagte der Präsident des Deutschen Fleischerverbandes (DFV). Kritisch äußerte er sich jedoch zur Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Diese dient z. B. in Großbritannien zur Kennzeichnung von Dickmachern. Lebensmittel, die einen sehr niedrigen Nährwert oder Energiegehalt haben, werden mit der Farbe Rot gekennzeichnet, gelb oder grüne Markierungen erhalten Lebensmittel mit mittlerem oder hohem Nährwert. Die Regelung kam durch Bundesverbraucherminister Horst Seehofer ins Gespräch.

DFV-Hauptgeschäftsführer Fuchs lehnte diese ab, da sie zu stark vereinfache. Es gebe keine guten oder schlechten Lebensmittel, sondern nur richtigen oder falschen Umgang mit ihnen. Die Regelung käme einer Bevormundung der Kunden gleich. Er befürchte, dass viele Fleischprodukte, die oft einen hohen Fettgehalt haben und somit eine rote Kennzeichnung bekämen, von den Kunden verschmäht würden. DFV-Präsident Rycken begrüßte deshalb ein Statement der Union von diesem Montag, in dem sie sich gegen eine Ampel-Kennzeichnung und für eine Mehrwertkennzeichnung aussprach. Hierbei erfährt der Verbraucher, wieviel Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß und Gesamtenergie ein Lebensmittel enthält. Informationen für den Kunden seien besonders in Anbetracht der Fleischskandale des letzten Jahres enorm wichtig.

Diese sind der Grund, warum sich viele Kunden in der ersten Jahreshälfte eher an der Gemüsetheke orientierten. Eine Erklärung für den Rückgang der Verkaufsstellen. Ende des Jahres gab es davon 27 871, 848 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten sank um 2550 auf 159 550. Betroffen ist vor allem der kleine Metzger um die Ecke. Ende 2006 gab es in Deutschland noch 17 138 selbständige Betriebe, 467 weniger als im letzten Jahr. In Bayern mussten hinter Nordrhein-Westfalen mit 97 Betrieben die meisten Metzger ihre Türen schließen. Filialen gab es Ende letzten Jahres 10 733 und damit 380 weniger als 2005. Auch hier mussten Kleinunternehmer reduzieren, wohingegen Großmetzgereien ihre Filialenanzahl meist konstant halten konnten.

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