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Ob Englisch oder Spanisch: Sprachenlernen lohnt sich, besonders wenn man ein paar Spartipps beachtet.

Fremdsprachen

Beim Lernen Geld und Mühe sparen

München - Eine E-Mail auf Englisch oder eine Postkarte an die französische Brieffreundin – was zu Schulzeiten noch keine Mühe bereitet hätte, kann einige Jahre später schwierig werden. Wer eine Fremdsprache auffrischen oder lernen möchte, kann mit ein paar Kniffen Geld sparen und seinen Erfolg steigern.

Niveau einschätzen

Bevor man sich für einen Sprachkurs entscheidet, muss das eigene sprachliche Niveau ermittelt werden. Die meisten Sprachkurse und Lehrmaterialien beziehen sich auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER), der insgesamt sechs Niveaustufen definiert. Dabei geht es von der elementaren (A1, A2) über die selbstständige (B1, B2) bis hin zur kompetenten Sprachverwendung (C1, C2). Wer nicht genau weiß, wie gut die eigenen Sprachkenntnisse sind, sollte einen Einstufungstest machen. Das ist bei einer Sprachschule möglich oder im Internet – beispielsweise unter www.hueber.de oder sprachtest.cornelsen.de.

Ziele festlegen

Als nächsten Schritt gilt es zu überlegen, welchem Ziel die neuen Sprachkenntnisse dienen sollen. Wer seine sprachlichen Fähigkeiten vor allem im Beruf anwenden will, sollte einen Business-Sprachkurs absolvieren. Wer die Sprache vor allem braucht, um sich für einen neuen Job zu qualifizieren, braucht möglicherweise ein Zertifikat über die erworbenen Sprachkenntnisse. Hier ist es wichtig, sich vorab genau zu erkundigen, welche Prüfungen und Zertifikate gefordert werden und wo die entsprechenden Prüfungen abgelegt werden können.

Kurs auswählen

Welcher Kurs der richtige ist, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab. Volkshochschulkurse bestechen durch günstige Teilnahmegebühren. Der Kurs „Französisch für den Beruf“ mit zwölf Doppelstunden und zehn Teilnehmern kostet bei der Volkshochschule München 98 Euro. Der Nachteil: Oft sind die Kurse voller als bei privaten Schulen, auf Extras wie eine Lernbibliothek oder ein Sprachlabor muss man in der Regel verzichten. Sprachschulen: Eine gute Sprachschule wird künftigen Kunden schon vor Kursbuchung eine umfassende Beratung bieten. Interessenten sollten sich informieren über: Preise, Teilnehmerzahl und Anmeldemodalitäten, Lehrinhalte und Lehrmaterialien, Didaktik und Qualifikation der Lehrer. Die Preise von Sprachkursen variieren je nach Anbieter, Ort und Kursintensität. In München kostet beispielsweise ein Englisch-Intensivkurs bei Berlitz mit vier bis fünf Teilnehmern und 60 Unterrichtsstunden, die auf 20 Wochen verteilt sind, 1015 Euro. Beim Cambridge Institut werden für einen an fünf Vormittagen pro Woche stattfindenden Intensivkurs 260 Euro pro Monat fällig.

Lernen in Eigenregie

Als Alternative zu Kursen in Volkshochschulen oder Instituten lassen sich Sprachen mit einiger Disziplin auch in Eigenregie erlernen. Neben der Möglichkeit, dafür Kurse auf Kassette, CD oder DVD zu nutzen, gibt es Angebote im Internet. Unter de.wikibooks.org findet man von der Online-Community gratis zusammengestellte Lehrbücher. Auch die Lehrbuchverlage haben teilweise kostenlose Übungen und Materialien auf ihren Websites. Eine weitere preiswerte Möglichkeit, sich Sprachkenntnisse anzueignen, finden Internetnutzer auf Seiten wie www.babbel.com, livemocha.com oder mangolanguages.com, die wie soziale Netzwerke funktionieren. Man kann ein Profil erstellen und Kontakt zu anderen Mitgliedern aufnehmen, um gemeinsam eine Fremdsprache zu üben oder ein Tandem zu starten. Die Grundidee eines Tandems: Ein Muttersprachler bringt dem anderen jeweils die eigene Sprache bei.

Bildungsprämie

Arbeitnehmer, die eine Sprachkurs absolvieren wollen und nicht mehr als 20 000 Euro brutto im Jahr (Alleinstehende) bzw. 40 000 Euro (Zusammenveranlagte) zu versteuern haben, bekommen einen Zuschuss des Europäischen Sozialfonds von maximal 154 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist, dass man mindestens dieselbe Summe in seine Weiterbildung investiert. Bevor man sich zu einem Kurs anmeldet, muss man mit einer Beratungsstelle ein Gespräch geführt haben, die sich oft bei den örtlichen Volkshochschulen befindet. Adressen der Beratungsstellen werden auf der Internetseite des Bundesbildungsministeriums (www.bildungspraemie.info) oder von der Telefon-Hotline (0800-2623000) genannt. Seit 2009 gibt es zudem das „Weiterbildungssparen“, das für Berechtigte der Arbeitnehmersparzulage gilt. Sie dürfen Teile des angelegten Geldes entnehmen und für eine Weiterbildungsmaßnahme nutzen. Voraussetzung ist ein Spargutschein, den die „Beratungsstelle Bildungsprämie“ nach vorheriger Beratung ausstellt. Sie benennt auch geeignete Anbieter.

Caroline Benzel

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