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René Benko möchte wohl den Düsseldorfer Metro-Konzern kaufen.

Benko will über zwei Milliarden für Kaufhof zahlen

Berlin - Der österreichische Investor René Benko bietet dem Düsseldorfer Metro-Konzern offenbar rund zwei Milliarden Euro für die Kaufhof-Warenhäuser.

Benkos Investmentfirma Signa sei die Kaufhauskette 2,05 Milliarden Euro wert, hieß es am Donnerstag in übereinstimmenden Vorabberichten der „Bild“-Zeitung und des „Handelsblatts“. Ein Signa-Sprecher bestätigte auf dapd-Anfrage lediglich, dass es eine fixe Offerte für Kaufhof gebe, zur Höhe äußerte er sich nicht. Ein Metro-Sprecher wollte die Informationen ebenfalls nicht kommentieren.

Wie das „Handelsblatt“ weiter meldete, könnte sich die von Signa gebotene Kaufsumme noch um 100 bis 150 Millionen Euro reduzieren, da die Bewertung von drei Häusern noch unklar sei. Ursprünglich habe Benko einen Preis von 2,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Eckhard Cordes, Noch-Vorstandschef von Metro, habe „zwei bis drei Milliarden“ verlangt.

Seit Wochen findet ein teils öffentlich geführter Kampf um Kaufhof statt. Neben Benko, der bisher lediglich als Immobilieninvestor in Erscheinung getreten war, bemüht sich auch der Eigentümer des Kaufhof-Konkurrenten Karstadt, Nicolas Berggruen, um einen Zuschlag. Er könnte beide Ketten fusionieren, was aber auch den Wegfall tausender Arbeitsplätze bedeuten könnte.

Benko, hieß es dagegen am Donnerstag, werde bei einer Übernahme alle Kaufhof-Filialen erhalten. „Der Markt ist groß genug“, sagte das Signa-Beiratsmitglied, der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Das Geschäft hat eine Menge Potenzial.“ Wiedeking kündigte zudem an, bei einer Übernahme von Kaufhof auch im Beirat des Unternehmens mitarbeiten zu wollen.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte Benko im Fall des Zuschlags millionenschwere Investitionen bei Kaufhof in Aussicht gestellt. So hatte er in einem Interview versprochen, in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 800 Millionen Euro „zusätzlich zu dem, was Kaufhof ohnehin Jahr für Jahr investiert“, in die Warenhauskette zu stecken. Zudem sei ein Stellenabbau „überhaupt kein Thema“.

Allerdings hat Benko derzeit Probleme mit der Justiz. Ende November war bekannt geworden, dass die österreichische Staatsanwaltschaft aufgrund einer Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen den 34-jährigen Tiroler ermittelt.

dapd

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