BenQ: Investor will 800 Stellen retten

- München -­ Es gibt noch eine vage Hoffnung für die Rettung hunderter Arbeitsplätze beim insolventen Handyhersteller BenQ Mobile. Eine Investorengruppe um den ehemaligen Daimler-Manager Hansjörg Beha hat gestern ein "industriell interessantes Konzept" zur Fortführung von Teilen des Betriebs vorgelegt, wie Matthias Jena von der IG Metall Bayern gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Die Investoren stellen in Aussicht, zunächst 800 Arbeitsplätze der ehemaligen Siemens-Sparte zu erhalten ­ 300 davon in München. Dafür hätten sie allerdings zunächst staatliche Subventionen gefordert, die "aufgrund gesetzlicher und förderungsrechtlicher Bedingungen bei weitem nicht erfüllt werden können", wie Franz Tölle von der IG Metall Nordrhein-Westfalen berichtete. Dennoch sollen die Gespräche fortgeführt werden, um möglicherweise doch noch eine Einigung zu erzielen.

Bei einem dreistündigen Treffen im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium legten Vertreter der Investorengruppe ihre Pläne gegenüber dem BenQ-Insolvenzverwalter Martin Prager sowie Teilnehmern von IG-Metall, Siemens und den Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen dar. Nach Jenas Schilderung will die Gruppe qualitativ hochwertige Handys mittelfristig unter einem neuen Markennamen für den europäischen und US-amerikanischen Markt herstellen. Die Investoren verwiesen darauf, dass es im Bereich der Forschung und Entwicklung des Unternehmens hervorragende Produkte gebe.

Allerdings sind die Pläne verknüpft mit der Forderung massiver staatlicher Unterstützung ­ etwa in Form von Bürgschaften. Dies geht laut IG Metall weit über das hinaus, was das Wettbewerbsrecht der EU zulässt. Die Teilnehmer der Runde wollten nun ihre Ideen überdenken und weitere Gespräche führen. "Dass es Gespräche gibt, zeigt, dass es noch Hoffnung gibt", sagte Jena.

Die wird auch aus anderer Richtung genährt. Die US-Unternehmensgruppe Sentex will laut Medienberichten heute ein konkretes Angebot für die Übernahme von BenQ-Teilen vorlegen. Hierbei könnten angeblich bis zu 1700 Stellen gerettet werden.

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