BenQ: Investoren fehlt Konzept

- München ­- Zwei Investoren haben in Aussicht gestellt, beim Pleite gegangenen Handyhersteller BenQ Mobile zwischen 800 und 1700 Arbeitsplätze retten zu können. Doch die Chancen, dass es dazu kommt, sinken. Bislang konnten beide Interessenten kein überzeugendes Konzept vorlegen, teilte der BenQ-Insolvenzverwalter Martin Prager nach einer Sitzung mit dem Gläubigerausschuss mit. Immerhin soll es noch andere Interessenten geben.

Die Versprechungen der beiden Investoren sind verführerisch. Eine Gruppe um den Ex-Daimler-Manager Hansjörg Beha will unter neuem Firmennamen hochwertige Handys für Europa und die USA bauen und so 800 Arbeitsplätze erhalten ­ 300 davon in München. Später sei eine Aufstockung des Personals denkbar. Losgehen sollte es sofort.

Das gilt auch für das US-Unternehmen Sentex Sensing, das bislang mit 25 Mitarbeitern und einem Börsenwert von vier Millionen Dollar Technologien zur Erkennung von Personen anhand von Körpermerkmalen vertreibt. Sentex lockt mit angeblich bis zu 1700 zu rettenden Stellen. Beide wollen auf Forschung und Entwicklung der ehemaligen Siemens-Sparte setzen, innovative Produkte hervorbringen könne. Der Haken: Beide Investoren haben Bedingungen im Zusammenhang mit der Finanzierung gestellt, die zum Teil aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht erfüllt werden können. Und auch sonst hapert es offenbar.

"Aus Sicht des Gläubigerausschusses braucht es ein glaubwürdiges Fortführungskonzept, ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung," erklärte Insolvenzverwalter Prager. Bisher habe aber keiner der beiden Interessenten, die sich öffentlich zu Wort gemeldet hatten, damit aufwarten können. Dem Gläubigerausschuss gehören Zulieferer ­ unter anderem der Münchner Halbleiterhersteller Infineon ­, sowie Vertreter des Kreditversicherers Euler Hermes, der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall an.

Auch ein Sprecher der Gewerkschaft zeigte sich skeptisch nach der Sitzung des Gläubigerausschusses. "Es gab kein entscheidungsfähiges Angebot", erklärte Matthias Jena von der IG Metall Bayern. Mit mindestens einem der beiden Interessenten werde weiter verhandelt. Eine Entscheidung, ob ein Investor zum Zug kommt, soll Mitte des Monats fallen.

Prager wies darauf hin, dass es weitere Interessenten für eine Übernahme von BenQ Mobile gäbe. Auch mit diesen würden vertraulich Gespräche geführt.

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