BenQ: Letzte Hoffnung zerschlagen

- München - Der insolvente Handy-Hersteller BenQ Mobile mit einst mehr als 3000 Beschäftigten in Deutschland wird zerschlagen und abgewickelt. "Der letzte Interessent hat abgewunken, es gibt keine realistische Chance mehr, dass man das Unternehmen als Ganzes verkaufen kann", sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager in München.

Nun sollen die verbliebenen Vermögenswerte ­ wie Mobiliar, Werkshallen und Maschinen ­ mit Hilfe eines Hamburger Auktionshauses verwertet werden. Mit der bevorstehenden Abwicklung gehen fast alle Arbeitsplätze verloren. Die meisten Beschäftigten der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte sind bereits in Auffanggesellschaften gewechselt oder haben sich einen neuen Job gesucht.

Das Insolvenzverfahren war zum Jahreswechsel offiziell eröffnet worden, drei Monate nachdem der taiwanesische BenQ-Konzern seiner deutschen Tochter den Geldhahn zugedreht hatte. Insolvenzverwalter Prager führte Verhandlungen mit Dutzenden von Interessenten. Alle scheuten am Ende aber vor einer Übernahme des Handy-Geschäfts zurück, an dem schon der Siemens-Konzern gescheitert war.

Arbeitnehmervertreter bedauerten das endgültige Aus für BenQ Mobile. Das Risiko zur Fortführung des Geschäfts sei berechenbar gewesen, erklärte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. "Aber Politiker, die zwar viel versprochen, aber wenig gehalten haben, Banken mit geringer Risikobereitschaft und ein konservativ und vorsichtig agierender Insolvenzverwalter waren nicht in der Lage, das Unternehmen zu retten."

Nun sind fast alle der ehemals mehr als 3000 Arbeitsplätze des Unternehmens in der Zentrale in München sowie in den Betriebsstätten in Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen verloren. Derzeit sind in München noch einige Beschäftigte beispielsweise mit der Bearbeitung von Forderungen und der Erstellung von Zeugnissen beschäftigt. Die Handy-Produktion in Kamp-Lintfort war dagegen bereits vor einigen Wochen stillgelegt worden.

Die IG Metall erklärte, die Hauptursache für das endgültige Aus seien schwere Fehler des Siemens-Managements in früheren Jahren. Deutschlands größter Elektrokonzern habe in seiner Handy-Sparte wichtige Entwicklungen verschlafen. Von diesen Fehlentwicklungen habe sich die Sparte auch nach dem Verkauf an BenQ nicht mehr erholt. Siemens verwies darauf, dass der Konzern die Beschäftigungsgesellschaften finanziell unterstütze und vielen BenQ-Mobile-Beschäftigten einen neuen Job bei Siemens verschafft habe.

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