BenQ-Pleite: 800 wollen zurück zu Siemens

- München -­ Viele Beschäftigte der Pleitefirma BenQ wollen wieder bei ihrem früheren Arbeitgeber Siemens anheuern. Seit Eröffnung einer entsprechenden Jobbörse am vergangenen Donnerstag seien gut 800 Bewerbungen von BenQlern eingegangen, sagte die Leiterin der Siemens-Koordinationsstelle, Kerstin Wagner. Es habe am Wochenende bereits erste Einstellungsgespräche gegeben, weitere würden folgen. "In Anbetracht der Kürze der Zeit ist das ein großer Erfolg für uns", erklärte Wagner.

Um wie viele Gespräche es sich konkret handelt und wie erfolgreich die Aussicht auf eine Vermittlung ist, wollte Wagner nicht einschätzen. Indessen reiße die anfängliche Flut von Bewerbungen ab. "Wir rechnen aber mit weiteren Bewerbern."

Die Bewerbungen gehen über eine zentrale E-Mail-Adresse ein. Die 24 Siemens-Mitarbeiter des eigens eingerichteten Callcenters setzen sich mit den Bewerberprofilen auseinander und klopfen in einem telefonischen Gespräch Präferenzen und Flexibilitäten der Ex-BenQ-Mitarbeiter ab. Wie war die letzte Tätigkeitsbezeichnung? Wo können Sie sich eine Mitarbeit bei Siemens vorstellen? Und vor allem: Wie steht es um die geografische Mobilität? Denn 80 Prozent der offenen Stellen befinden sich zwar in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Wie viele davon in der Nähe der BenQ-Standorte angesiedelt sind, wollte Siemenssprecher Marc Langendorf nicht sagen.

Mit rund 700 Beschäftigten habe man bereits telefoniert. Im Schnitt finden täglich rund 175 Gespräche statt. "Die Bewerber haben Angst und sind frustriert", berichtet Monika Setzer, Personalvermittlerin bei Siemens. "Aber sie sind auch dankbar, dass Siemens ihnen diese Chance gibt." Die meisten Bewerber seien zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Behauptungen, unter den bundesweit 2000 offenen Stellen seien auch Teilzeit- sowie Praktikanten- und Diplomandenstellen, dementierte Langendorf. Es handele sich ausschließlich um Vollzeitarbeitsstellen. Auch stelle Siemens die Bewerber von BenQ konzerneigenen Bewerbern gleich.

Der wegen der Pleite seiner deutschen Handy-Tochter in der Kritik stehende taiwanesische Elektronikkonzern BenQ meldete im dritten Quartal indes weiter drastische Verluste. Wie der Konzern mitteilte, sei der Verlust gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal von 2,51 Milliarden auf 12,22 Milliarden taiwanesische Dollar gestiegen (293 Millionen Euro).

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