BenQ-Siemens setzt auf Produktfeuerwerk

- Berlin - Trommelwirbel in einem unvollendeten U-Bahn-Tunnel unter dem Potsdamer Platz in Berlin, die Szene in violettes Licht getaucht. Dreieinhalb Monate nach der Übernahme der Siemens-Handysparte hat der taiwanische Konzern BenQ laut und bunt die neue Marke "BenQ-Siemens" präsentiert. Die Fusion aus deutscher Tradition und fernöstlicher Innovation soll in eine Erfolgsgeschichte münden, das verlustreiche ehemalige Siemens-Geschäft bald wieder Gewinn abwerfen.

Geht es nach dem Vorstandschef von BenQ Mobile, Clemens Joos, wird sein Unternehmen schon nach dem nächsten Weihnachtsgeschäft die Gewinnzone erreicht haben. "Bis Ende 2006 wollen wir profitabel sein", sagte er. Dies sei das oberste Ziel und zunächst wichtiger als der Marktanteil. Vom Erfolg hängen in Deutschland an den Standorten Kamp-Lintfort, München und Ulm rund 3000 Arbeitsplätze ab. Bis Mitte 2006 gilt noch eine Beschäftigungssicherung. Was danach mit den Jobs passiert, ist bislang offen.

Mit dem Namen Siemens habe BenQ eine Bekanntheit erreicht, die das Unternehmen aus Taiwan sonst nie geschafft hätte, sagt Analyst Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Allerdings müsse es auch "gelingen, etwas in den Markt zu bringen, das mehr ist als nur ein nettes neues Handy". Motorola habe nach einem Absturz auch ein Comeback geschafft. Rothauges Einschätzung: "Bei der Produktstrategie muss BenQ-Siemens risikoreicher agieren, als das etablierte Konkurrenten wie Nokia nötig haben."

Joos versucht es vor allem damit, die ehemalige Siemens-Marke zu "verjüngen", und mit einer Produktoffensive: 25 bis 30 BenQ-Siemens-Modelle sollen im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen. Sie sollen mit einer Vielzahl von Multimedia-Anwendungen zum Kauf reizen: MP3-Player, Radio, Digitalkamera mit Videoaufzeichnung. Die schnelle UMTS-Übertragungstechnik, fürs Fernsehen und das Herunterladen von Filmen notwendig, soll mit einem Drittel der Modelle nutzbar sein.

Beim Aussehen der Handys hofft Vorstandschef Joos auf die Ideen von BenQ in Taipeh. Die ersten drei Modelle (S68, S88 und EF81) unterscheiden sich schon deutlich von den Siemens-Vorläufern. Joos will mit dem verwendeten Material punkten: Mehr Metall, auch hochwertiges Glas für die Displays und weniger Kunststoff.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hat ein Lebensmittelhersteller mehrere seiner Produkte zurückgerufen. Wegen überschrittener Grenzwerte können sie Sehstörungen …
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
Die Brexit-Verhandlungen verlaufen schleppend, die Unternehmen werden zunehmend nervös. Airbus erhöht nun den Druck auf die britische Regierung.
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. …
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung
Die Opec hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich im kommenden Halbjahr ändern, einige Länder dürfen nun wieder mehr …
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.