Benzin wird nur langsam billiger

Die Benzinpreise in Deutschland haben sich trotz sinkender -lpreise in dieser Woche bisher kaum verändert.

Die Autofahrer müssen gegenwärtig im bundesweiten Durchschnitt 1,49 Euro für einen Liter Benzin und 1,39 Euro für Diesel bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft am Mittwoch in Hamburg und Bochum mit.

"Die Entlastungen beim Einkauf von Benzin und Diesel sind voll an die Kunden weitergegeben worden", sagte Detlef Brandenburg vom Branchenführer Aral.

Die Preisspitze wurde in diesem Jahr am 4. Juli erreicht, als ein Liter Superbenzin im Tagesdurchschnitt bei Aral 1,593 Euro kostete. Das Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent kostete an diesem Tag 144,40 Dollar, das waren 57,90 Eurocent je Liter. Am 2. September kostete der Sprit dagegen 1,493 Euro je Liter, also zehn Cent weniger. Im gleichen Zeitraum verbilligte sich Rohöl auf 107,70 US-Dollar je Fass, das sind 46,73 Eurocent je Liter. Der Rückgang beim Rohöl war also um einen Cent je Liter ausgeprägter als der Rückgang des Benzinpreises an der Zapfsäule.

"Nun tanken wir aber nicht Rohöl, sondern Benzin", erläuterte Brandenburg. Maßgeblich seien letztlich die europäischen Produktmärkte in Rotterdam. Hier verbilligte sich der Liter Superbenzin seit dem Spitzenpreis am 4. Juli um 8,5 Cent je Liter; an der Tankstelle waren es 10 Cent.

Beim Diesel gingen die Einkaufspreise um 14,3 Cent zurück, die Verkaufspreise an der Zapfsäule um 15 Cent von 1,54 auf 1,39 Euro je Liter. Die Produktmärkte entwickelten sich zwar mittel- und langfristig wie der Rohölmarkt, kurzfristig könne es aber durchaus abweichende Tendenzen aufgrund aktueller Marktereignisse geben.

In der langen Phase steigender Ölpreise haben die Verbraucher in Deutschland davon profitiert, dass gleichzeitig der Dollar immer schwächer und der Euro stärker wurde. Dadurch wurde der Preisanstieg für Ölprodukte gedämpft. Gegenwärtig ist die Tendenz umgekehrt: Das Öl wird billiger, aber der Dollar wieder etwas stärker. So fällt auch der Preisrückgang an der Zapfsäule geringer aus, als wenn das Dollar/Euro-Verhältnis stabil bliebe.

Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI zur Auslieferung im Oktober kostete am Mittwoch 107,99 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete 107,03 Dollar. Die Commerzbank schrieb in einer Studie, vor allem die weltweite Konjunkturabschwächung spreche für einen niedrigeren Verbrauch. Beim US-Ölpreis sei zudem die wichtige Marke von 110 Dollar gefallen was den Weg zur "Schallmauer" von 100 Dollar ebne. Der Ölpreis ist bereits seit Beginn der Woche rückläufig, weil Hurrikan "Gustav" keine größeren Schäden an den Ölförderanlagen am Golf von Mexiko angerichtet hatte.

Unterdessen meldete die OPEC den niedrigsten Preis seit fünf Monaten für Rohöl ihrer Mitgliedstaaten. Ein Barrel (159 Liter) habe am Dienstag 103,40 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat am Mittwoch mit. Das waren 6,62 Dollar weniger als am Vortag.

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