So günstig wie seit Jahren nicht

Preis-Sturz: Benzin wird noch günstiger

München – Die Deutschen können in den kommenden Wochen von weiter sinkenden Sprit- und Heizölkosten ausgehen. Die Opec-Staaten rechnen für 2015 mit der schwächsten Nachfrage seit zwölf Jahren.

 „Wegen des anhaltend zurückgehenden Rohölpreises werden auch die Benzin- und Heizölpreise weiter sinken“, erläutert Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst. Dabei sei etwa der Heizölpreis bundesweit allein von Anfang Oktober bis heute bereits von 81 Euro für 100 Liter auf 65 Euro gesunken. Im Vergleich zum Juli sank der Preis sogar um ein Viertel. Auch der Preis für einen Liter Super E10 an deutschen Tankstellen liegt laut ADAC mit im Durchschnitt 1,345 Euro auf einem neuen Jahres-Tiefstand. Der Dieselpreis sank am Mittwoch im Mittel auf 1,226 Euro. Tanken ist so günstig wie zuletzt vor vier Jahren.

Grund für die Entwicklung ist der Verfall auf dem Rohölmarkt. Seit Sommer sind die Preise für das schwarze Gold um rund 40 Prozent eingebrochen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete gestern 66,27 US-Dollar. Experten prophezeien, dass der Abwärtstrend anhält. Für 2015 rechnet die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit der schwächsten Nachfrage nach ihrem Öl seit zwölf Jahren.

Die sinkenden Preise haben mehrere Ursachen: So fördern die USA dank des Fracking-Booms mittlerweile weit mehr schwarzes Gold als noch vor einigen Jahren. Zudem hat die Opec die Fördermenge zuletzt trotz schwächelnder Weltwirtschaft unverändert gelassen. Laut Wiek würden die Benzin- und Heizölpreise sogar noch weit stärker sinken, wenn der Euro nicht ebenfalls schwächeln würde. Als Folge des billigen Öls soll die deutsche Wirtschaft Ökonomen des RWI zufolge 2015 um zusätzliche 0,4 Prozent und damit insgesamt um 1,5 Prozent wachsen.

till

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