Benzin wird trotz sinkender Ölpreise kaum billiger

Die Benzinpreise in Deutschland haben sich trotz der sinkenden Rohöl-Preise in den vergangenen Tagen nur wenig bewegt.

Am Mittwoch mussten die Autofahrer im bundesweiten Durchschnitt für einen Liter Benzin 1,49 Euro und für Diesel 1,37 Euro bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Bochum und Hamburg mit. Es gebe jedoch Hoffnung auf fallende Preise: Die Notierungen am europäischen Ölmarkt in Rotterdam, die letztlich für die deutschen Benzinpreise entscheidend seien, bewegten sich seit Montagnachmittag nach unten. Dementsprechend könnten auch die Preise an den Zapfsäulen im Laufe der Woche abbröckeln, sagte der Sprecher.

Die Mineralölwirtschaft verteidigte sich am Mittwoch gegen Kritik an den Preisen. Automobilclubs, Verbraucherschützer und Politiker hatten kritisiert, Benzin sei um mehrere Cent je Liter überteuert. "Die Senkung der Einkaufskosten ist voll an den Verbraucher weitergegeben worden", heißt es in einer Mitteilung des Mineralölwirtschaftsverbandes. Der Benzinpreis ergebe sich überwiegend aus Steuern - die Beschaffungskosten machten nur ein Drittel des Preises aus.

Der Verband rechnete vor, dass sich die Einkaufskosten für Benzin seit dem Höchststand Anfang Juli von 56 Cent auf 47 Cent je Liter verbilligt hätten, also um neun Cent. Gleichzeitig sei der Benzinpreis von 1,59 auf 1,48 Euro je Liter zurückgegangen, also um elf Cent. Ähnlich sehe es beim Diesel aus: Die Beschaffungskosten seien um 16 Cent je Liter gesunken, die Dieselpreise an Tankstellen um 17 Cent, von 1,54 auf 1,37 Euro je Liter. "In der Anstiegphase der Ölpreise hat der steigende Euro verhindert, dass diese Entwicklung zu stark auf die Benzinpreise durchgeschlagen hat", sagte Detlef Brandenburg vom Marktführer Aral. "Nun wird der Euro schwächer und der Benzinpreis sinkt langsamer."

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