Benzinpreis auf Rekordniveau

Düsseldorf/Hamburg/Wien - Autofahrer in Deutschland mussten in dieser Woche für das Tanken so viel bezahlen wie noch nie. Mit durchschnittlich fast 1,48 Euro je Liter erreichte der Preis für Superbenzin an den deutschen Tankstellen am Mittwoch dieser Woche einen neuen historischen Höchststand.

Das berichteten die Deutsche BP und die Mineralölwirtschaft am Donnerstag in Düsseldorf und Hamburg. Auch der Preis für Dieselkraftstoff lag mit mehr als 1,39 Euro auf Rekordniveau. Alte Höchstmarken von November 2007 und von Anfang April wurden damit um wenige Zehntelcent übertroffen. Nach Angaben von Sprechern spiegeln sich in den hohen Preisen die Rekordnotierungen an den internationalen Ölbörsen wider.

So hatte nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag der Preis für Rohöl am Mittwoch mit 111,14 Dollar je ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells einen Rekordstand erreicht. Das waren 1,22 Dollar mehr als am Dienstag.

Der Kraftstoffabsatz im gesamten deutschen Tankstellenmarkt sei im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 35,4 Millionen Tonnen zurückgegangenen, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP, Uwe Franke, bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Der Absatz an den Aral-Tankstellen sei um 2,1 Prozent auf knapp 8 Millionen Tonnen zurückgegangen. Die Deutsche BP betreibt mit Aral die größte deutsche Tankstellenkette mit rund 2400 Stationen. Dabei sei der Dieselabsatz weiter gestiegen, während der Verkauf von Ottokraftstoffen (Benzin, Super) weiter deutlich zurückgegangen sei.

Nach der Angleichung der Preise für Normal- und Superbenzin Ende vergangenen Jahres habe sich der Anteil des Normalbenzins bei Aral von 25 Prozent auf derzeit nur noch zwölf Prozent mehr als halbiert, berichtete Franke. Solange eine ausreichende Kundennachfrage bestehe, werde Aral jedoch weiterhin auch Normalbenzin anbieten.

Mit der Einbeziehung von 70 Stationen mittelständischer Tankstellenunternehmen in das Aral-Netz in diesem Jahr und von weiteren 70 Stationen im Jahr 2009 werde Aral seinen Marktanteil um rund einen Prozentpunkt auf rund 24 Prozent Ende kommenden Jahres ausbauen, kündigte das Unternehmen an. Derzeit ist Aral nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil nach Absatz von 23 Prozent Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft. Auf den weiteren Plätzen folgten Shell, die Tankstellenkette Jet und die freien Stationen.

Vor allem wegen des anhaltend starken Wettbewerbs auf dem Tankstellenmarkt kündigte das Unternehmen einen Abbau von "weniger als 200 Stellen" unter den derzeit rund 5700 Beschäftigten in Deutschland an. Betroffen davon seien vor allem die Standorte Bochum und Hamburg, sagte ein Sprecher. Der Abbau werde sozialverträglich bis zum Jahresende erfolgen. Ein Teil der Stellen werde dabei auf neue Arbeitgeber verlagert.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche BP AG ihr Jahresergebnis um 59 Millionen Euro auf 666 Millionen Euro gesteigert. Neben den Tankstellen hätten dazu vor allem die Raffinerien sowie der Schmierstoff- und Heizölvertrieb beigetragen, sagte Franke. Durch Wartungsstillstände sei der Umsatz der Deutschen BP jedoch um 1,9 Milliarden Euro auf 43,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Davon entfielen 13,3 Milliarden Euro auf die Energiesteuer. Die Investitionen erhöhten sich um 26 Millionen Euro auf 342 Millionen Euro. Davon gingen über 270 Millionen Euro allein in die Raffinerien in Gelsenkirchen und Lingen.

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