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Berlins Pannen-Projekt BER: Jetzt könnte der Zeitplan nochmals durcheinander geraten.

Neue Hiobsbotschaft am Pannen-Airport

Technikfirma pleite: Platzt BER-Eröffnung wieder?

Berlin - Ein Drama ohne Ende? Weil die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudeausstatters Imtech pleite ist, könnte der Termin für die Eröffnung des BER erneut platzen.

Martin Delius (Piratenpartei) hält den Eröffnungstermin für fraglich.

„Ich halte den Eröffnungstermin für stark gefährdet", sagte der Vorsitzende des Berliner Untersuchungsausschusses zum Flughafen, Martin Delius (Piratenpartei). Auch Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld gibt Alarm: "Imtech ist eine der wichtigsten Baufirmen für die BER-Baustelle". Es sei klar, dass die Insolvenz Auswirkungen auf wichtige Schritte des Terminplans haben werde. Dieser sieht vor, dass der Flughafen im März 2016 baulich fertig ist. Ob die Eröffnung 2017 noch möglich ist, sollen Baufachleute und Juristen nun in einer "Task Force" klären.

Die deutsche Imtech-Tochter reichte den Insolvenzantrag am Donnerstag in Hamburg ein. Imtech hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 4000 Beschäftigte.

Die niederländische Konzernmutter teilte mit, sie prüfe nun die Lage und die möglichen Konsequenzen. Imtech-Deutschland-Chef Felix Colsman verliere seinen Posten im Konzernvorstand, behalte aber die Führung in Deutschland. Insolvenzverwalter ist der Hamburger Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt. Er sagte sagte: „Alle Bauvorhaben der Imtech Deutschland sollen fortgeführt werden. Ziel ist der langfristige Erhalt des Unternehmens und aller Arbeitsplätze.“ Der Rechtsanwalt will sich über das Wochenende einen ersten Überblick über das Unternehmen und dessen Töchter verschaffen. Imtech Deutschland hatte am Donnerstag den Insolvenzantrag gestellt.

Imtec-Arbeiter schon vom BER abgezogen

Teile der Imtech-Belegschaft seien schon am Freitag nicht mehr auf der Baustelle erschienen, berichtete BER-Chef Mühlenfeld. Imtech ist bei dem mehrfach verzögerten Großprojekt für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig, das Unternehmen arbeitet auch an entscheidender Stelle an der Brandschutzanlage.

Die Insolvenz sei für die Auftraggeber ein "Super-Gau", sagte der Düsseldorfer Bauexperte Andreas Schmieg. "Es kommt jetzt darauf an, das Vertrauen sowohl der Auftraggeber wie auch der Lieferanten zu erhalten", sagte der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp. Zwar sei es möglich, die Verträge mit einem insolventen Unternehmen zu kündigen und andere zu beauftragen. Gerade bei Großprojekten sei dies sowohl technisch und zeitlich wie auch wirtschaftlich in der Regel nicht die optimale Lösung.

Imtec hat über 150 Jahre Firmengeschichte

Die Hamburger Zentrale der Baufirma Imtech.

Die Firma Imtech mit Sitz in Hamburg ist seit mehr als 150 Jahren am Markt, zunächst als Heizungsbauer. 1997 verkauften die Gesellschafter des Vorgängerunternehmens Rud. Otto Meyer (ROM) ihre Anteile in die Niederlande; seit 2002 heißt die Firma Imtech Deutschland. Der Umsatz für Deutschland und Osteuropa betrug im vergangenen Jahr 860 Millionen Euro, der Verlust (Ebitda) 126 Millionen Euro. Seit 2013 steht der Konzern im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre; zahlreiche Manager wurden entlassen, und Staatsanwälte ermitteln.

dpa

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