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Terminalgebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER). Foto: Christophe Gateau

Nach Fiasko

BER soll technisch möglichst einfach ausgebaut werden

Immer größer, immer komplizierter - dieses Vorgehen brach dem BER vor Jahren das Genick; noch immer läuft die Sanierung. Beim Ausbau gilt deshalb eine andere Devise.

Berlin (dpa) - Nach dem jahrelangen Fiasko um den Brandschutz am neuen Hauptstadtflughafen wollen die Betreiber beim Ausbau des Airports kein Risiko mehr eingehen.

Das machte Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup in Berlin deutlich, wo er Details zum geplanten Zusatzterminal in Schönefeld präsentierte. "Insgesamt ist es ein zweckmäßiges Gebäude, es ist keine Kathedrale des Verkehrs", sagte Lütke Daldrup.

Geplant ist, vor einem Seitenflügel des Hauptterminals ein weiteres Abfertigungsgebäude nach Industriebaustandard hochzuziehen. Anders als im Hauptterminal soll im Brandfall der Rauch ausschließlich über Klappen auf dem Dach abziehen, nicht durch den Keller. Die Decken im Terminal sollen offen bleiben und so den Blick auf die Leitungen frei halten, die dort verlaufen.

Das Terminal für sechs Millionen Passagiere im Jahr solle im Sommer oder Spätsommer 2020 fertig sein, rechtzeitig zur geplanten Eröffnung des BER im Oktober des Jahres, sagte Lütke Daldrup. Diese hat sich seit 2011 immer wieder verzögert. Ein Grund dafür ist, dass sich die komplizierte Brandschutzanlage nicht mehr steuern ließ, nachdem das Terminal im Bau mehrfach umgeplant und erweitert wurde. Die Sanierung läuft bis heute.

Das geplante Zusatzterminal unterscheidet sich auch äußerlich sehr von den bestehenden lichten Glas- und Betongebäuden von GMP, dem Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan. Der 240 Meter lange Riegel soll nur wenige Fenster bekommen und sonst komplett mit Metall-Paneelen verkleidet werden. Es verdeckt teilweise den Blick auf den Seiten-Flügel des Gerkan-Baus.

Wer in dem Zusatzterminal eincheckt, gelangt über Brücken in die Wartezonen im Nordflügel des Hauptterminals. Theoretisch könnte dieser Bereich auch ohne das Hauptterminal in Betrieb gehen, wo noch immer am Brandschutz gearbeitet wird. Einen solchen Plan verfolgte zeitweise der damalige Flughafenchef Hartmut Mehdorn, musste ihn Anfang 2014 aber begraben, weil der Umbau dessen Genehmigung auf die Schnelle nicht zu bewältigen war.

Das Zusatzterminal vor dem Nordflügel trug bisher das Projektkürzel T1-E, künftig soll es Terminal 2 heißen, kündigte Lütke Daldrup an. Die Ziffer war eigentlich für einen weiteren Neubau gedacht, der später gegenüber dem Terminal 1 entstehen soll. Dieser erhält nun die Nummer 3.

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