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Im Bundeskanzleramt in Berlin überreicht der Präsident der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften, Henning Kagermann, Angela Merkel den 4. Fortschrittsberichts der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Foto: Wolfgang Kumm

Mehr Förderung für Elektroautos gefordert

Berlin (dpa) - Angesichts des schleppenden Absatzes von Elektroautos hat ein Beratergremium der Bundesregierung mehr staatliche Hilfen gefordert.

Ohne zusätzliche Förderung und Anreize würden bis zum Jahr 2020 nur 500 000 statt der geplanten eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straße rollen, stellt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) in ihrem vierten Zwischenbericht fest. Derzeit sind nur 24 000 E-Autos zugelassen.

Unabhängig davon erwartet die deutsche Autoindustrie 2015 international weiter steigende Verkaufszahlen. Erstmals dürften im In- und Ausland mehr als 15 Millionen Neuwagen deutscher Konzernmarken hergestellt werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte bei Entgegennahme des NPE-Berichts am Dienstag in Berlin an, über die geforderten Abschreibungsmöglichkeiten bei gewerblich genutzten Fahrzeugen nochmals mit den Bundesländern zu sprechen. Diese wären von einer solchen Regelung auch betroffen.

Um den Absatz von Elektroautos anzukurbeln, schlägt die Plattform eine Sonderabschreibung für gewerbliche Nutzer vor. 50 Prozent der Anschaffungskosten sollen im ersten Jahr abgeschrieben werden können, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann. Dies würde jährlich zu rund 200 Millionen Euro Steuermindereinnahmen führen.

Außerdem schlägt die NPE vor, Forschung und Entwicklung mit künftig 360 Millionen Euro jährlich stärker als bisher zu fördern. Schließlich müsse das Netz von Ladestationen deutlich ausgebaut werden. Das werde bis 2020 rund 550 Millionen Euro kosten. Die NPE empfiehlt zur Finanzierung eine Partnerschaft von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand.

Merkel sagte, der Bund könne zusagen, "dass wir bei den öffentlichen Beschaffungen noch einmal Gas geben wollen. Auch bei der Ladeinfrastruktur werden wir sicherlich weitere Fortschritte erreichen." Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will zunächst bundesweit an Raststätten rund 400 zusätzliche Ladesäulen aufstellen lassen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet für 2015 eine Erhöhung der Produktion um 4 Prozent auf 15,25 Millionen Fahrzeuge. Davon wird allerdings nur noch ein gutes Drittel in Deutschland gefertigt - nach der Prognose 5,65 Millionen. Die anderen 9,6 Millionen Autos werden in ausländischen Werken montiert. Treiber des Wachstums dürften abermals die weltgrößten Automärkte China und USA sein. Der Weltmarkt hat nach der Prognose im kommenden Jahr ein Volumen von 76,4 Millionen Neuwagen, ein Plus von 2 Prozent.

NPE

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