Die Bergsteiger von der HVB auf Mittelstation

Integration in Unicredit: - München - Die HypoVereinsbank hat ein "Jahrhundertprojekt" so gut wie abgeschlossen und blickt wieder offensiv nach vorne. "Die Integration zweier so großer Bankkonzerne ist eine gigantische Aufgabe", erklärte Wolfgang Sprißler, Vorstandssprecher der HVB, und meinte damit die Integration der HypoVereinsbank in den italienischen Mutterkonzern Unicredit.

"Wenn wir ein Team von Bergsteigern wären, hätten wir bereits die Mittelstation hinter uns", zog Sprißler eine vorläufige Bilanz der Fusion - "stolz, aber nicht übermütig", wie er sagte. Die wesentlichen Dinge seien abgeschlossen. Jetzt will die HypoVereinsbank , die im Zuge von Restrukturierung und Fusion mit Unicredit zusammen rund 4000 Stellen abbaut, ihr Geschäft in Deutschland wieder kräftig ausbauen. "Wir wollen unsere Präsenz in allen Bereichen stärken." Bereits in diesem Jahr sollen mehrere Filialen neu eröffnet werden, vorwiegend in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.

Auch plant die HypoVereinsbank ihrerseits Zukäufe. Zum Beispiel ist das Geldhaus interessiert an der Landesbank Berlin, allerdings haben dafür auch 18 Konkurrenten ihren Hut in den Ring geworfen. Um zu verhindern, dass eine Privatbank zum Zuge kommt, "zeigt der öffentlich-rechtliche Sektor Muskeln", stellte Sprißler fest. "Das wird sich nicht preismindernd auswirken." Die HVB werde nur begrenzt willens sein, strategische Preiskomponenten mitzubezahlen. In der Lage wäre das Institut wohl. Denn die Abgabe der einstigen Tochter Bank Austria und von Osteuropa-Beteiligungen an Unicredit haben der HVB 6,5 Milliarden Euro Veräußerungsgewinne in die Kassen gespült, die in den nächsten drei Jahren ausgegeben werden sollen.

Kapital wird auch für die künftige Investmentbank der Unicredit-Gruppe gebraucht, die - wie angekündigt - in HVB-Regie in München angesiedelt wird. Ob die Bayern die Investmentaktivitäten kaufen oder ob eine Kapitalerhöhung erfolgt, stehe noch nicht fest. Auch im Investmentbanking seien aber Zukäufe denkbar. "Wir haben nicht den Ehrgeiz, hier in die Weltklasse aufzusteigen, wohl aber in die Champions League", sagte der passionierte FC-Bayern-Fan mit Blick auf die ganz Großen der Branche wie Goldman Sachs oder Merrill Lynch.

Am 22. März wird die Bank ihre Bilanzzahlen vorlegen. Sprißler, dessen Vertrag noch bis März 2009 läuft, zeigte sich diesbezüglich entspannt. Er deutete jedoch an, dass im schwächelnden Privatkundengeschäft wieder Gewinne erzielt werden.

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