Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle ( FDP)

Bericht: Brüderle will Ausbau von Stromnetzen forcieren

München/Berlin - Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen - auch gegen den Willen der Energiekonzerne. Dazu plant er laut eines Medienberichts eine Gesetzesänderung.

Künftig sollten auch gegen den Willen der Energiekonzerne Stromleitungen bei den vier großen Pilotprojekten unterirdisch verlegt werden können, wenn die Behörden das wünschen, berichtete “Focus“ am Sonntag vorab. Bisher gelte eine “Kann“-Vorschrift, deren Auslegung umstritten und deren Folge “Stillstand in den Genehmigungsverfahren“ sei, heiße es in einer entsprechenden Begründung des Ministeriums.

Die Änderung solle im April in Kraft treten, schrieb das Blatt. Brüderle wolle mit dem Vorhaben die gesellschaftliche Akzeptanz des Leitungsbaus fördern und die betroffenen Menschen ernst nehmen.

In den kommenden zehn Jahren müssen in Deutschland bis zu 3.600 Kilometer neue Leitungen gebaut werden. Mit ihnen soll vor allem der Ökostrom aus dem Norden - unter anderem von den zahlreichen Windparks - in den Süden geleitet werden. Vielfach protestierten Anwohner jedoch gegen den Netzausbau mit Freileitung. Die Erdverkabelung ist jedoch etwa dreimal so teuer und wird deshalb von den Konzernen abgelehnt, wie es weiter hieß.

Die Grünen reagierten skeptisch. Ihre energiewirtschaftliche Sprecherin Ingrid Nestle sagte: “Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“ Der Vorstoß für Erdkabel sei dringend notwendig, aber reiche noch nicht für ein erfolgreiches Netzkonzept. Pilotstrecken allein genügten nicht. “Die Hochspannungsebene gehört grundsätzlich unter die Erde. Nur so werden die Bedenken der Bürger ernst genommen“, sagte Nestle.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch Bauern und Fleischkonsumenten helfen. Doch …
Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Berlin - Erst kostenloses Internet, bald auch Spielfilme. Die Bahn löst Versprechen für mehr Komfort beim Reisen ein - bisher aber vor allem im ICE. Jetzt muss der …
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Düsseldorf - Schlecker will seine Markenrechte verkaufen. Das Insolvenzverfahren der Drogeriekette läuft noch. Die Verhandlungen dürften noch ein paar Jahre in Anspruch …
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos
In Davos wirbt Premierministerin May für Großbritannien als Wirtschaftsstandort mit guten Handelsbeziehungen in alle Welt. Doch für ihren Brexit-Kurs gibt es auch …
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos

Kommentare