Nach Eigentümer-Wechsel

Städtetag hofft auf "kluges Karstadt-Konzept"

München - Nach dem Eigentümerwechsel bei der Warenhauskette Karstadt droht einem Bericht zufolge mehreren Häusern die Schließung. Der Städtetag hofft indessen auf ein "kluges Konzept".

Berlin/Essen - Der Deutsche Städtetag hofft darauf, dass der neue Karstadt-Eigentümer René Benko ein kluges Zukunftskonzept für die angeschlagene Warenhauskette vorlegt. „Die Städte brauchen attraktive Zentren und haben ein großes Interesse daran, dass es dem Einzelhandel vor Ort gut geht“, teilte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Stephan Articus, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. „Denn Warenhäuser tragen zu lebendigen Innenstädten bei, ziehen Käufer an und nutzen auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld“, so Articus weiter. Sie seien außerdem wichtige Arbeitgeber.

In der Vergangenheit habe sich gezeigt: „Wo Warenhäuser schließen müssen, sinken oft auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und kann ein Stück Lebensqualität der Bevölkerung verloren gehen.“ Aber die Landschaft im Handel sei vielfältiger geworden. „Diesem Wandel müssen sich die Warenhäuser immer stärker stellen“, betonte der Hauptgeschäftsführer. Karstadt steckt seit langem in einer Krise. Am Freitag war bekanntgegeben worden, dass der bisherige Eigentümer Nicolas Berggruen die Warenhauskette an die Signa-Holding des Immobilieninvestors Benko abgibt. Bereits am kommenden Donnerstag will der Aufsichtsrat nach bisherigen Planungen über ein Sanierungskonzept beraten.

Schluss für 15 bis 20 Filialen?

Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag unter Berufung auf das Umfeld des neuen Eigentümers René Benko berichtete, will der Karstadt-Aufsichtsrat am kommenden Donnerstag über ein Sanierungskonzept beraten. Mittelfristig könnten "15 bis 20 Häuser" geschlossen werden, hieß es demnach. Vorher solle jedes Haus auf seine Rentabilität geprüft werden.

Die Signa-Holding des österreichischen Immobilienunternehmers Benko hatte am Freitag mitgeteilt, sie übernehme die verschuldete Warenhauskette Karstadt komplett. Es fließe kein Kaufpreis, betonte Signa. Der bisherige Besitzer Nicolas Berggruen hatte Karstadt im September 2010 für einen Euro übernommen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Benkos Umfeld weiter berichtete, will der Unternehmer "zehn Jahre oder mehr" dabeibleiben und dabei auch in das Unternehmen investieren. Demnach plant er, Markenhändler als zusätzliche Mieter in Karstadt-Häuser zu holen und sie zu größeren Shopping-Zentren umzubauen. Die Gewerkschaft Verdi und der Karstadt-Betriebsrat hatten Benko zuvor aufgefordert, in die Filialen zu investieren. Berggruen wird vorgeworfen, dies nicht getan zu haben.

AFP/dpa

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