+
Der Vorstandschef des von Finanzinvestoren umworbenen Pharmakonzerns Stada, Matthias Wiedenfels, wurde laut einem Medienbericht abgehört. Foto: Daniel Reinhardt

Pharmakonzern

Bericht: Stada-Chef Wiedenfels wurde abgehört

Bad Vilbel (dpa) - Der Vorstandschef des von Finanzinvestoren umworbenen Pharmakonzerns Stada, Matthias Wiedenfels, wurde laut einem Medienbericht abgehört. Im zweiten Halbjahr 2016 sei er über einen Apparat in seinem Dienstwagen bespitzelt worden, berichtete das "Manager Magazin".

Zudem seien ihm anonym Fotos und Briefe geschickt worden, die den 43-jährigen in vertraulichen Geschäftssituationen und im privaten Umfeld zeigten. Stada habe Sicherheitsleute und Behörden eingeschaltet, woraufhin die Spähaktionen aufgehört hätten. Weder das Unternehmen noch die Staatsanwaltschaft Frankfurt wollte sich zu dem Bericht äußern.

Stada steht seit Wochen im Zentrum eines Übernahmekampfs. Derzeit buhlen zwei Bietergruppen aus den Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven um den MDax-Konzern. Die Verhandlungen ziehen sich aber in die Länge.

Erst zuletzt hatte Stada Gespräche abgebrochen und auf den heutigen Donnerstag verschoben, um einen höheren Kaufpreis zu erzielen. Auch die Bilanzvorlage wurde für 2016 vertagt. Die Konsortien bieten laut Medienberichten je rund 58 Euro pro Aktie, was einem Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro entspräche.

Wiedenfels steht seit Anfang Juni vergangenen Jahres an der Spitze von Stada, nachdem Vorgänger Hartmut Retzlaff ausgeschieden war. Den letzten unabhängigen Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) in Deutschland umschwirren viele Finanzinvestoren schon länger.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkische Notenbank umgeht Erdogans Zins-Veto
Auch wenn sich die Lage etwas entspannt: Die Türkei kämpft mit einer handfesten Währungskrise, und die hohe Inflation belastet Verbraucher und Wirtschaft. Der Präsident …
Türkische Notenbank umgeht Erdogans Zins-Veto
Musk zeigt sein Innenleben: Gesundheit "nicht gerade toll"
Kaum ein Firmenchef im Silicon Valley steht so unter Druck wie Tesla-Chef Elon Musk. Er selbst nennt seinen Gesundheitszustand "nicht gerade toll". In einem Interview …
Musk zeigt sein Innenleben: Gesundheit "nicht gerade toll"
Urteil: Software-Updates im Diesel-Abgasskandal sind Pflicht
Münster (dpa) - Halter von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Motorsteuerung müssen nach einer Gerichtsentscheidung die vom Kraftfahrt-Bundesamt vorgeschriebenen …
Urteil: Software-Updates im Diesel-Abgasskandal sind Pflicht
Abgas-Skandal: VW feuert möglicherweise mehrere Mitarbeiter
Immer wieder "Dieselgate": Die Abgas-Affäre bei Volkswagen könnte jetzt mehrere Beschuldigte den Job kosten. Gleichzeitig verkauft der Konzern immer mehr Autos. Aber wie …
Abgas-Skandal: VW feuert möglicherweise mehrere Mitarbeiter

Kommentare