+
In der Konzernzentrale sollen 50 Prozent der Stellen abgebaut werden.

Bericht: Eon streicht jede zweite Stelle

Düsseldorf - Laut Zeitungsinformationen plant der Energiekonzern Eon einen massiven Stellenabbau in der Konzernzentrale. Jeder zweite Posten soll wegfallen. Die Gewerkschaft hat bereits Protest angekündigt.

Der Eon-Konzern will jede zweite Stelle in der Düsseldorfer Zentrale streichen. 230 der 850 Arbeitsplätze sollen ersatzlos gestrichen werden, 220 weitere würden ausgelagert, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag nach einer Betriebsversammlung in Düsseldorf. Bei den 220 Stellen, die ausgelagert werden sollen, handele es sich um “unterstützende Arbeit“ beispielsweise im Bereich IT, Einkauf und Rechnungswesen. Wo diese Stellen später angesiedelt würden, sei noch offen. “Sie verbleiben aber im Konzern“, sagte der Sprecher.

Die Zentrale soll auch weiterhin in Düsseldorf bleiben. Darüber habe es auch keine Diskussion gegeben. In früheren Medienberichten hieß es, dass ein Wechsel nach Essen in die Eon-Ruhrgaszentrale infrage käme - dies ist den neuen Aussagen zufolge vom Tisch.

Weltweit will Eon im Zuge von Einsparungen 11 000 der 85 000 Arbeitsplätze abbauen. In Deutschland sollen rund 6000 Mitarbeiter betroffen sein. Hintergrund sind sinkende Renditen durch schwache Gasgeschäfte und durch den Atomausstieg. Bei dem Umbau sieht sich Eon im Zeitplan. Weitere Schritte würden folgen, hieß es ohne Angabe von Details.

Bei den wegfallenden 230 Stellen seien betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen, sie sollen den Angaben nach aber möglichst vermieden werden. Die Personalmaßnahmen sollen “kurzfristig“ umgesetzt werden. Zum genauen Zeitplan könne man noch nichts sagen, da nun zunächst Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden sollten, hieß es. Die Gewerkschaft Verdi strebt einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung bei an.

Eon bestätigte auch Berichte, wonach Mitarbeiter, die sich freiwillig bis Ende des Jahres zu Aufhebungsverträgen entschließen, eine Prämie bekommen sollen. Über die anderen Standorte, an denen Eon-Mitarbeiter zurzeit um ihre Jobs bangen, vor allem in München und Hannover, gab das Unternehmen am Dienstag noch keine Informationen.

Eon hatte im Sommer Sparpläne angekündigt. Die Stellenstreichungen in der Zentrale waren jetzt die erste konkrete Ankündigung. Die Arbeitnehmerseite hatte die Stimmung in der Belegschaft vor der Betriebsversammlung als katastrophal beschrieben, da keine kompletten Sparpläne vorlagen.

Die Protestaktionen sollen jetzt weitergehen. Verdi hat die Beschäftigten zu einer bundesweiten Aktionswoche vom 27. Oktober bis zum 7. November aufgerufen. In München ist am kommenden Donnerstag und in Hannover am 7. November eine Kundgebung geplant.

dpa/dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Japans Exporte brummen - Handelsüberschuss aber gesunken
Japans Exportmotor brummt. Vor allem die Nachfrage nach japanischen Produkten im benachbarten Asien sowie in den USA beschert der Nummer Drei der Weltwirtschaft …
Japans Exporte brummen - Handelsüberschuss aber gesunken
Ifo-Chef mahnt Kontrolle für Bitcoin an
Osnabrück (dpa) - Der Chef des Münchner Ifo-Instituts drängt angesichts des Booms bei der Kryptowährung Bitcoin auf eine stärkere Beobachtung und Kontrolle.
Ifo-Chef mahnt Kontrolle für Bitcoin an
Ryanair-Piloten in Irland und Portugal sagen geplante Streiks ab
Nach der Kehrtwende von Ryanair haben Piloten der Billig-Airline in Irland und in Portugal ihre für Mittwoch geplanten Streiks abgeblasen.
Ryanair-Piloten in Irland und Portugal sagen geplante Streiks ab
Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen
München (dpa) - Der US-Onlinehändler Amazon plant Ladengeschäfte für den deutschen Markt. "Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann", sagte Ralf Kleber, …
Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen

Kommentare