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Fahrdienstleister Uber ist bislang nicht an der Börse gelistet und deshalb nicht zu öffentlichen Finanzberichten verpflichtet. Foto: Christoph Dernbach

Fahrdienstvermittler

Bericht: Uber steigert Umsatz um 70 Prozent

Uber hat nach jahrelangen tiefroten Zahlen einen Quartalsgewinn abgeliefert - aber nur durch den Verkauf des Geschäfts in Russland und Südostasien an Rivalen. Unterdessen gibt es Konsequenzen aus dem Todescrash eines Uber-Roboterwagens in Arizona.

New York (dpa) - Der Fahrdienstvermittler Uber wächst einem Zeitungsbericht zufolge weiter kräftig. Im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 70 Prozent auf 2,59 Milliarden Dollar (2,21 Mrd Euro), wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch aus einem Finanzbericht des Unternehmens zitierte.

Gegenüber dem Vorquartal betrug der Zuwachs demnach 7,5 Prozent. Dank eines hohen Erlöses aus dem Verkauf des eigenen Geschäfts in Südostasien und Russland an Konkurrenten schaffte Uber, das normalerweise für tiefrote Zahlen bekannt ist, sogar einen Quartalsgewinn von 2,46 Milliarden Dollar. Ohne den Sonderfaktor hätte es aber ein Minus von 550 Millionen Dollar gegeben. Im Vorjahr war ein Verlust von 847 Millionen angefallen.

Uber ist bislang nicht an der Börse gelistet und deshalb nicht zu öffentlichen Finanzberichten verpflichtet. Die Quartalsergebnisse, die das kalifornische Unternehmen seinen Investoren zukommen lässt, dringen über US-Medien aber regelmäßig nach draußen. Uber könnte im kommenden Jahr an die Börse gehen und will Anleger davon überzeugen, dass die Firma auch wachsen kann, ohne dafür Milliarden zu verpulvern. Auch deshalb stieß der Fahrdienst-Vermittler das verlustbringende Geschäft in China, Russland und Südostasien ab.

Unterdessen zieht Uber Konsequenzen aus dem tödlichen Unfall mit einem seiner selbstfahrenden Autos in Arizona. Die Uber-Roboterwagen werden komplett aus dem US-Bundesstaat abgezogen. Künftig werde das Projekt stattdessen in Pittsburgh und San Francisco gebündelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zugleich halte der Fahrdienst-Vermittler an der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren fest und wolle die Testfahrten "in naher Zukunft" wieder aufnehmen, betonte eine Sprecherin.

Die Uber-Roboterwagen stehen still, seit im März eins der Fahrzeuge bei einer nächtlichen Testfahrt in Arizona eine Fußgängerin tötete. Die Frau überquerte eine mehrspurige Straße und schob dabei ein Fahrrad. Der Unfall-Hergang warf die Frage auf, warum der Wagen weder abbremste noch auswich, obwohl die Sensoren die Fußgängerin erkannt haben müssten. Auch der Mensch am Steuer des Fahrzeugs reagierte nicht und schien in Videoaufnahmen aus dem Innenraum vor dem Unfall abgelenkt gewesen zu sein.

Laut einem Medienbericht geht der Unfall nach bisherigen Untersuchungen auf einen Software-Fehler zurück. Der Computer habe die Sensor-Daten, die ein Hindernis auf der Straße anzeigten, ignoriert, weil er sie als einen Fehlalarm einstufte, berichtete die Technologie-Website "The Information" unter Berufung auf informierte Personen. Uber kommentiert den Bericht unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht. Arizona hatte bisher besonders lockere Regeln für Fahrten mit Roboterwagen.

Der Bürgermeister von Pittsburgh, William Peduto, zeigte sich nicht begeistert von der Ankündigung, dass Uber die selbstfahrenden Autos in seiner Stadt auf die Straße zurückbringen will. Die Behörden von Pittsburgh hätten dafür mehrere Bedingungen gestellt, erklärte Peduto. Dazu gehöre neben dem Abschluss der Untersuchungen zum Unfall in Arizona, dass Ubers Roboterwagen nicht schneller als 40 Kilometer pro Stunde fahren - unabhängig von der Geschwindigkeitsbegrenzung. Außerdem solle Uber in seiner App für menschliche Fahrer auf die Überschreitung von Tempo-Limits hinweisen.

WSJ-Bericht (paywall)

Stellungnahme es Bürgermeisters von Pittsburgh

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