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ie Debatte über Kapazitätsengpässe beim Bau des neuen Berliner Großflughafens reißt nicht ab.

Bericht: Wurde BER zu klein geplant?

Berliner - Die Betreiber des neuen Berliner Flughafens gehen offenbar entgegen ihrer bisherigen Darstellung doch davon aus, dass der Flughafen schneller als geplant an seine Grenzen stoßen könnte.

Das berichtete zumindest die „Wirtschaftswoche“ am Samstag unter Berufung auf ein Protokoll des Bundesverkehrsministeriums. Demnach wird Technikchef Horst Amann mit den Worten zitiert, dass der neue Airport von Anfang an der Kapazitätsgrenze operiere und das System „ausgelastet“ sei.

Aktuell ist der Flughafen für ein Passagieraufkommen von 27 Millionen Fluggästen ausgelegt. Wie das Blatt berichtet, könnte diese Passagierzahl bei dem bisherigen Wachstum aber schon 2013 erreicht werden. Nachdem die Inbetriebnahme zuletzt wegen Baumängeln mehrfach verschoben werden musste, soll der neue Airport nun nächstes Jahr im Oktober eröffnet werden.

Berichte, wonach der Flughafen bereits mit der Eröffnung zu klein sein könnte, hatte die Flughafengesellschaft zuletzt immer wieder dementiert. Noch am Mittwoch hatten die Verantwortlichen daraufhin gewiesen, dass sich die Kapazität mit 118 Check-In-Schaltern und 50 Check-In-Kiosken an den realen Erfordernissen ausrichte. Und auch mit acht großen Gepäckbändern seien mit der Inbetriebnahme des Airports keine Engpässe zu erwarten. Die Flughafenbetreiber reagierten damit auf ein Gutachten des externen Experten Dieter Faulenbach da Costa, in dem er kritisiert hatte, dass in Schönefeld künftig das Passagieraufkommen nicht bewältigt werden könnte.

Rückhalt für Manager Schwarz schwindet

Die Flughafenbetreiber waren am Samstag für eine erneute Stellungnahme nicht zu erreichen. In der kommenden Woche tagen aber mehrere Gremien. Unter anderem soll am Freitag der Aufsichtsrat zusammenkommen. Neben dem Bauzustand müssen die Mitglieder dabei wohl auch weiter offene Finanzfragen klären. So müssen anscheinend noch Zusatzkosten von Baufirmen in Höhe zwischen 200 und 250 Millionen Euro präzisiert werden. Laut den Flughafenbetreibern wird der für alle zusätzlichen Kosten bereitgestellte Finanzrahmen von 1,2 Milliarden Euro dadurch aber grundsätzlich nicht gefährdet.

Ungeachtet dessen schwindet aber der Rückhalt für Flughafenchef Rainer Schwarz. Derzeit werde man „immer wieder mit Nachrichten konfrontiert, die das Vertrauen nicht wachsen lassen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici, am Samstag im RBB-Inforadio. Eine Entlassung von Schwarz stehe aber vorerst nicht zur Debatte, da man ihm konkret keine Verfehlungen nachweisen und sich die Flughafengesellschaft keine teure Abfindung leisten könne.

dapd

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