Air Berlin-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

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Berlin (dpa) - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin muss nach rasantem Wachstum um ihre Ertragskraft kämpfen und hat die Gewinnerwartung für dieses Jahr gesenkt. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern würden 73 Millionen bis 120 Millionen Euro angestrebt, wie das Unternehmen mitteilte.

Im November war noch eine Spanne von 140 bis 160 Millionen Euro genannt worden. Als Hintergrund verwies der Vorstand unter anderem auf Anlaufverluste bei neuen Langstreckenflügen nach China. Im vergangenen Jahr war das EBIT angesichts von Verzögerungen bei der Eingliederung der neuen Tochter LTU von 64,1 Millionen auf 21,4 Millionen Euro gesunken. An der Börse brach die Aktie am Nachmittag um gut zehn Prozent auf 7,27 Euro ein.

Nach mehreren Zukäufen liege der Schwerpunkt 2008 eindeutig darauf, die Rentabilität zu erhöhen, sagte Vorstandchef Joachim Hunold in Berlin. Als Potenzial für Ergebnisverbesserungen sei für dieses Jahr eine Größenordnung von 100 Millionen Euro ausgemacht worden. Vorgesehen ist, unrentable Routen aufzugeben oder Frequenzen auf bestimmten Strecken auszudünnen.

Erhebliche Einsparungen soll die weitere Integration der LTU einbringen, etwa bei der Steuerung der Kapazitäten oder einem gemeinsamen Einkauf. Geringere Personalkosten verspricht sich das Management zudem davon, dass der Piloten-Einsatz innerhalb der Gruppe künftig flexibler möglich sein soll, zu der neben Air Berlin und der LTU der einstige Billigflieger dba gehört.

Für die Entwicklung der Ölpreise sei Vorsorge getroffen worden, sagte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer. Die Treibstoffkosten seien zu rund drei Viertel zu festen Preisen gesichert. Beim Umsatz werde für 2008 die Marke von mehr als drei Milliarden Euro angestrebt. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse der Gruppe auf 2,54 Milliarden Euro gestiegen (Vorjahr: 1,58 Mrd. Euro). Unter dem Strich steht in der Bilanz 2007 nun ein Nachsteuergewinn von 21 Millionen Euro nach 40,1 Millionen Euro im Vorjahr. Damit präzisierte das Unternehmen vorläufige Zahlen von Mitte März, was wegen Steuereffekten nötig geworden sei. Die operativen Ergebnisse seien davon unberührt.

Die Bezüge von Vorstandschef Hunold stiegen im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht auf 1,99 Millionen Euro (Vorjahr: 1,75 Mio. Euro). Der Manager erläuterte, dass das Fixgehalt aufgrund einer vertraglichen Regelung angehoben, der erfolgsabhängige variable Bestandteil aber dem geringeren Ergebnis folgend gesenkt worden sei.

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