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Die deutsche Wirtschaft wird 2017 nach Einschätzung der Bundesregierung um 1,4 Prozent zulegen. Foto: Sebastian Kahnert

Arbeitsproduktivität lahmt

Berlin erwartet Job-Rekord und Konjunkturplus

Die schwarz-rote Koalition kann im Wahljahr 2017 wohl nochmals mit einem Höchststand bei der Beschäftigung und einem soliden Wirtschaftswachstum punkten. Es gebe aber "beachtliche" Risiken.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung rechnet trotz eines etwas schwächeren Wirtschaftswachstums mit einem neuen Job-Rekord.

Die Zahl der Erwerbstätigen werde sich in diesem Jahr nochmals um 320 000 Personen erhöhen - von zuletzt 43,5 Millionen im vergangenen Jahr, wie aus dem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht hervorgeht, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch berät.

"Damit erreicht nicht nur die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt, sondern auch die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand." Die Arbeitslosenquote liege auf dem niedrigsten Niveau seit 25 Jahren und dürfte sich in diesem Jahr bei 6 Prozent stabilisieren.

Die deutsche Wirtschaft wird 2017 nach Einschätzung der Bundesregierung um 1,4 Prozent zulegen. Damit hält die Regierung an ihrer bisherigen Konjunkturprognose vom Herbst fest. 2016 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,9 Prozent gestiegen.

Der Rückgang in diesem Jahr lässt sich den Angaben zufolge "zum großen Teil auf den Effekt einer geringeren Anzahl von Arbeitstagen" zurückführen. Bereinigt um diesen Arbeitstageeffekt nehme das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr mit 1,6 Prozent fast so stark zu wie im Vorjahr.

"Alles in allem ist derzeit kein Abbruch des stetigen Aufwärtstrends absehbar", heißt es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag und über den zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet hatte.

"Die deutsche Wirtschaft dürfte im Projektionszeitraum nicht in eine Phase der Überhitzung kommen." Betont wird aber auch: "Die Risiken, insbesondere aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld, bleiben beachtlich." Der Welthandel bleibe verhalten und könnte durch protektionistische Strömungen beeinträchtigt werden. Der EU-Austritt Großbritanniens wird nach Einschätzung der Bundesregierung kurzfristig keine gravierenden gesamtwirtschaftlichen Folgen für die deutsche Wirtschaft haben.

Die günstige Konjunkturentwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Deutschland vor großen Herausforderungen stehe, heißt es weiter. Insbesondere die Zunahme der Arbeitsproduktivität von deutlich unter einem Prozent pro Jahr erscheine eher gering. Aus der Alterung der Gesellschaft ergäben sich wachsende finanzielle Belastungen.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt stehe für die Mehrzahl noch aus. Die hohe Zuwanderung werde sich erst nach und nach in Form höherer Erwerbstätigkeit, aber auch Arbeitslosigkeit auswirken. Bisher habe sich die Flüchtlingsmigration nur teilweise, aber dennoch merklich auf die Arbeitslosigkeit ausgewirkt. Die Zahl der Arbeitslosen aus den acht zugangsstärksten nichteuropäischen Asylherkunftsländern sei im Jahresdurchschnitt 2016 um etwas mehr als 70 000 Personen gestiegen.

Die Verbraucherpreise dürften 2017 stärker zunehmen als im Vorjahr. Alles in allem dürfte die Inflationsrate um 1,8 Prozent zunehmen, aber noch unter der Zielrate der Europäischen Zentralbank liegen.

Die Tarifvertragsparteien dürften "gesamtwirtschaftlich spürbare Lohnsteigerungen vereinbaren", erwartet die Bundesregierung. Die Bruttolöhne und -gehälter würden erneut kräftig zunehmen - je Arbeitnehmer um 2,5 Prozent (2016: 2,5 Prozent). Die Nettolöhne und -gehälter würden etwas weniger stark steigen. Denn Entlastungen durch Steuersenkungen stünden Belastungen durch höhere Beiträge der Sozialkassen gegenüber. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte dürften der Prognose zufolge auch 2017 spürbar zunehmen - und zwar um 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Jahr 2016.

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