Air Berlin setzt auf Kooperationen statt Fusionen

New York - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will die schwierige Lage in der Luftfahrt-Branche mit einem dichten Netz an Bündnissen meistern.

Nach dem Start gemeinsamer Flüge mit der drittgrößten US-Linie American Airlines sowie mit Finnair hält Air-Berlin-Chef Joachim Hunold nun nach weiteren Partnern Ausschau. “Für nächsten Sommer gucken wir uns Iberia und British Airways an“, sagte er am Dienstag in New York.

Übernahmen in der von Wirtschaftskrise, teurem Sprit, Vulkanasche und Preiskampf gebeutelten Branche erteilte er eine Absage. “Ich sehe für uns nichts, was zu kaufen interessant wäre.“ Umgekehrt sieht er Air Berlin auch nicht im Visier anderer Gesellschaften. “Ausschließen kann man bei einem börsennotierten Unternehmen natürlich nichts“, führte er aus, betonte aber: “Irgendwas Konkretes, das ist nicht der Fall.“

Der Chef von British Airways, Willie Walsh, hatte jüngst angekündigt, nach dem Zusammenschluss mit der spanischen Iberia weiter auf Einkaufstour gehen zu wollen. Zwölf Unternehmen hat er nach eigener Aussage im Visier, vor allem in Asien.

Spekulationen zufolge steht aber auch Air Berlin auf der Liste. Die Deutschen sind künftig über das Luftfahrt-Bündnis OneWorld mit British Airways verbunden. Diesem gehören auch American Airlines und Finnair an. “Wir hatten natürlich Meetings in der Allianz“, sagte Hunold. Verkaufsverhandlungen seien das aber nicht gewesen. “Da ist nichts dran.“

OneWorld gehört zu den drei großen Luftfahrt-Bündnissen neben der Star Alliance um den deutschen Branchenprimus Lufthansa und Skyteam um Air France-KLM. Innerhalb der Bündnisse werden Strecken gemeinsam bedient und Anschlüsse auf einander abgestimmt. Das ist besonders für Geschäftsreisende interessant, die Air Berlin mit den Kooperationen in verstärktem Maße ansprechen will.

dpa

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