IFA Berlin sieht sich auf Erfolgskurs

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Berlin (dpa) - Die Verbraucherelektronik-Branche geht trotz der aktuellen Konjunkturschwäche mit viel Zuversicht in die weltgrößte Branchenschau IFA.

Bislang sei die Industrie von den Konjunkturproblemen noch am wenigsten betroffen gewesen, sagte der Vorsitzende des Fachverbands Consumer Electronic im Branchenverband ZVEI, Hans-Joachim Kamp, am Mittwoch in Berlin. Insgesamt verzeichnete die Branche seit Jahresbeginn ein Umsatzwachstum von 5,9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Trotz einer Abschwächung im zweiten Halbjahr rechnet Kamp mit einer positiven Entwicklung im Gesamtjahr. Hersteller von Hausgeräten, die erstmals bei der IFA ausstellen, kündigten Preiserhöhungen an.

In der Konsumenten-Elektronik sind der größte Wachstumstreiber weiterhin die Flachbildfernseher. In diesem Jahr sollen hierzulande 38 Millionen Geräte verkauft werden. "Deutschland liegt in diesem Jahr deutlich über unseren eigenen Erwartungen", sagte Kamp. Der Durchschnittspreis der verkauften Geräte sei weiter gestiegen und liege in Deutschland bei 820 Euro - deutlich über dem europäischen Schnitt von 690 Euro. Mit Bildschirmdiagonalen von über 37 Zoll mache die Branche mehr als 50 Prozent des Umsatzes. Im ersten Halbjahr legte der Absatz der LCD-Fernseher, die im Schnitt um die 900 Euro kosten, um fast 60 Prozent zu.

Die Funkausstellung IFA (29.8. bis 3.9.) präsentiert sich erneut als Ausstellung der Superlative und internationale Leitmesse. "Selbst das Rekordniveau von 2007 konnten wir in diesem Jahr konstant halten", sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke, auf der Eröffnungs-Pressekonferenz. Mit einem neuem Konzept habe sich die Funkausstellung in den vergangenen Jahren erfolgreich von einer reinen Besucher- zu einer Fachbesucher-Messe mit internationalem Format entwickelt. Die IFA erwartet in diesem Jahr über 200 000 Gäste, darunter mehr als 100 000 Fachbesucher.

Mit insgesamt 1245 Ausstellern aus 63 Ländern führt die Messe ihren Kurs der Internationalisierung auch in diesem Jahr fort. Das Interesse der ausländischen Aussteller sei noch einmal deutlich gestiegen, sagte Göke. Ein Jahr zuvor waren noch 33 Länder vertreten. "Das ist nicht zuletzt auch das Ergebnis harter langjähriger Arbeit in den internationalen Märkten."

Nach Erhebungen des Marktforschers GfK werden die weltweiten Verbraucher-Ausgaben für Produkte aus den Bereichen Audio/Video, Foto, IT und Telekommunikation in diesem Jahr um neun Prozent auf rund 462 Milliarden Euro (680 Mrd Dollar) steigen. Spitzenreiter bei den Wachstumsraten sei Asien mit einem Plus von 17 Prozent, vor allem dank der Entwicklung in China, hieß es im GfK Retail Tracking aus 73 Ländern.

Erstmals zeigt die IFA neben Verbraucherelektronik auch sogenannte Weiße Ware wie Espressomaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke. Bosch-Hausgeräte-Geschäftsführer Volker Klodwig kündigte in Berlin zum 1. Oktober Preiserhöhungen um vier bis sechs Prozent an. Der ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie) hatte für den Bereich bereits höhere Preise für 2009 in Aussicht gestellt. Grund seien die steigenden Preise für Stahl und Kunststoff, aber auch zu erwartende höhere Lohnkosten. Klodwig nannte als weiteren Grund, dass zahlreiche neue Artikel ins Sortiment kommen. Miele-Chef Reinhard Zinkann sprach von "moderaten" Preiserhöhungen. "Wir werden sehen, ob wir damit die steigenden Kosten abfangen können - ich vermute eher nicht", räumte er ein.

Energie-Effizienz, Komfort und Lifestyle seien derzeit die wichtigsten Trends bei Hausgeräten, sagte Zinkann, auch ZVEI- Vorstandsmitglied ist. Zusammen mit der neuen Produktgruppe kommt die Messe in diesem Jahr mit 122 000 Quadratmetern auf die größte Ausstellungs-Fläche in ihrer Geschichte. Die Messe geht davon aus, dass die Erweiterung der Produktpalette gut vom Publikum angenommen wird. "Dem Konsumenten wird es als logische Konsequenz erscheinen", sagte Göke.

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