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Der neue Eröffnungstermin für den Berliner Flughafen in Schönefeld steht fest: BER soll am 27. Oktober 2013 seine Türen öffnen

Eröffnungstermin für BER steht fest

Schönefeld - Ursprünglich sollte der Airport schon 2011 in Betrieb genommen werden. Nun steht der neue offizielle Eröffnungstermin für BER fest.

Nun könnte es doch losgehen. Noch ein paar Bauzäune wegräumen und dann hinein. Das Hauptgebäude des Flughafens Berlin Brandenburg mit dem imposanten Vordach sieht an diesem grauen Septembertag von außen fertig aus. Tags zuvor sind die ersten Flugzeuge auf der neuen Südbahn gelandet - für die Luftfahrtschau ILA in der kommenden Woche allerdings. Denn im Innern des Terminals liegt noch einiges im Argen. Es ist vor allem die komplexe Steuerung der Brandschutzanlage, die den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereitet.

Solange die nicht funktioniert, wird kein Flugzeug vom BER abheben. Was sich seit einigen Tagen abzeichnete, wurde am Freitag zur Gewissheit: Der Starttermin für den neuen Flughafen muss ein drittes Mal verschoben werden, um weitere sieben Monate auf den 27. Oktober 2013.

Schon um viertel vor acht war Klaus Wowereit (SPD) am Morgen an der Feuerwache Ost des künftigen Flughafens eingetroffen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin leitet den Aufsichtsrat, zunächst tagen Projekt- und Finanzausschuss. Um zehn kommt Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hinzu, der Vizechef des Kontrollgremiums, das nach Ansicht von Kritikern viel früher hätte erkennen müssen, was da auf der Baustelle alles schiefläuft.

Und das war offensichtlich eine Menge. Viele Bau-Unterlagen, die sich der neue Technikchef Horst Amann gern angesehen hätte, waren schlicht gar nicht vorhanden. Im Wettlauf gegen die Zeit sei der Blick auf die Qualität und die Kosten etwas in den Hintergrund geraten, formuliert der erst im August verpflichtete Fachmann nach der Sitzung diplomatisch - vor allem beim Sorgenkind Brandschutz. „In der Tat waren wir dabei, uns etwas jenseits der Baugenehmigung zu bewegen“, sagt Amann - was eine freundliche Beschreibung für das Chaos ist, das hinter der schon ganz ansehnlichen BER-Fassade wohl geherrscht haben muss. „Es war schlimm, was alles fehlt“, sagt er mit Blick auf die unvollständigen Unterlagen.

Die Kosten, die der Flughafenbau zusätzlich verschlingen wird, sind enorm. Der Aufsichtsrat hatte schon im August eine Deckungslücke von rund 1,2 Milliarden Euro ausgemacht - die soll durch die neuerliche Verschiebung immerhin nicht größer werden. Die drei Gesellschafter, der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg, müssen Geld nachschießen, damit die gesamte Summe von 4,3 Milliarden Euro zusammenkommt.

Weitere Pannen dürfen den Verantwortlichen derweil nicht mehr passieren. Der Zeitplan ist immer noch ambitioniert, viele Puffer gibt es nicht. „Der Puffer sollte auch nicht allzu groß sein, weil jeder Monat auch Geld kostet“, sagt Wowereit. „Ich glaube, das ist sehr, sehr seriös erarbeitet worden und rational begründet.“

Im neuen Besucherzentrum gewinnt man den Eindruck, als sei die Arbeit schon getan. Auf den Schautafeln ist der neue Schönefelder Flughafen in Betrieb. „Sicherheit auf dem neuesten Stand“, heißt es dort und: „Ein Flughafen der kurzen Wege und der weitsichtigen Planung.“

dapd/dpa

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