Berliner Sparprogramm: Wie man Mehrbelastungen doch entkommt

- Die Sparliste der Berliner Koalition ist lang. Bereits zum Jahreswechsel sollen Gesetzesänderungen in Kraft treten, andere Ende nächsten Jahres - von der Streichung der Eigenheimzulage bis zur Kürzung des Sparerfreibetrags und der Pendlerpauschale. Wer rechtzeitig handelt, spart Geld. Im zweiten Teil lesen Sie Tipps von P bis V.

Pendlerpauschale

Die Pendlerpauschale entfällt zum 1. Januar 2007 für die ersten 20 Kilometer. Wer weniger als 20 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt wohnt, kann keine Fahrtkosten absetzen.

 Was tun? Näher zur Firma zu ziehen, lohnt sich selten. In Städten sind die Mieten und Immobilienpreise meist höher als am Land. Fahrgemeinschaften rentieren sich eher.

"Reichensteuer"

Ab einem Jahreseinkommen von 250 000 Euro (Ledige) bzw. 500 000 Euro (Verheiratete) werden von 2007 an drei Prozentpunkte Aufschlag auf die Lohn- oder Einkommenssteuer fällig. Bislang: Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Was tun? Da es sehr auf den Einzelfall ankommt: Steuerberater fragen.

Renten

Geplant sind weitere Nullrunden für Rentner. Ein "Nachholfaktor" in der Rentenformel führt dazu, dass aktuell nicht vorgenommene Rentenkürzungen mit späteren Erhöhungen verrechnet werden. Was tun? Privat vorsorgen, um Abschläge auszugleichen, wenn man vorzeitig in Rente gehen will.

Sparerfreibetrag

Geplant: Zum 1. 1. 2007 wird der Freibetrag für Ledige - inklusive einer Pauschale für Werbungskosten - auf 801 Euro, für Verheiratete auf 1602 Euro gekürzt. Alles darüber ist zu versteuern. 

Was tun? Zunächst Steuerschuld bei Zinseinnahmen durchrechnen. Vermögen auf Kinder umschichten. Jedes Kind hat einen eigenen Sparerfreibetrag, das Existenzminimum (Grundfreibetrag) in Höhe von 7664 Euro jährlich ist steuerfrei. Wenn die Zinsen der Kinder über dem Sparerfreibetrag liegen, Nichtveranlagungsbescheinigung des Finanzamtes bei der Bank einreichen.

Steuerberatungskosten

Ab 1. Januar 2006 sind private Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgabe abzugsfähig. Als Betriebsausgabe oder Werbungskosten können sie abgesetzt werden.

 Was tun? Notwendige Beratung auf Dezember vorziehen, offene Rechnungen zum Jahresende anfordern, Kauf von Fachliteratur 2005 tätigen.

Übergangsgelder

Der Freibetrag für Übergangsgelder wird zum Jahresende 2005 gestrichen.

 Was tun? Chef ansprechen, ob eine Auszahlung (eines Teils) der Übergangsgelder vorgezogen werden kann.

 Der Bund der Steuerzahler rät: "Auf die Anwendungsregeln achten! Vielleicht gibt es Übergangsfristen."

Veräußerungsgewinne

Die Spekulationsfristen fallen weg. Ab 1. Januar 2007 fällt auf Gewinne aus dem privaten Verkauf von Wertpapieren und vermieteten Immobilien eine Abgeltungssteuer von 20 Prozent an. Noch offen ist, ob das Gesetz auch rückwirkend gelten soll - zum Beispiel für Aktien, die vor 2007 erworben wurden und nach dem 1. Januar 2007 verkauft werden. Eventuell ist ab 2007 die Verrechnung von Gewinnen mit Verlusten nicht mehr möglich. Unklar ist, ob das Halbeinkünfteverfahren weiter gilt. 

Was tun? Geplanten Verkauf von Wertpapieren und Immobilien vorziehen, wenn größere Gewinne zu erwarten sind und ein Verkauf ohnehin geplant ist. Achtung: Gewährt der Gesetzgeber keinen Bestandsschutz für alte Depots, kann es im Vorfeld eine Verkaufswelle geben - mit der Folge sinkender Aktienkurse.

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