Bernhard bekommt Millionenabfindung

- Wolfsburg - VW-Markenchef Wolfgang Bernhard bekommt nach seinem Abgang bei dem Autobauer eine Millionenabfindung. Dabei sei eine Summe im einstelligen Millionenbereich "realistisch", hieß es in Konzernkreisen. Die berufliche Zukunft von Bernhard gilt als offen.

Branchen-Spekulationen zufolge könnte der 46-Jährige auch in eine andere Branche wechseln. Bernhard war seit Februar 2005 bei VW. Der Topmanager hatte gestern die Konsequenz aus dem tief greifenden Umbau in den VW-Führungsstrukturen gezogen und seinen Abgang angekündigt. Er verlässt das Unternehmen Ende Januar. Sein Vertrag lief noch bis 2010.

Der Autobauer DaimlerChrysler, der frühere Arbeitgeber Bernhards, hatte sich nicht zum Ausscheiden von Bernhard bei VW äußern wollen. Bernhard war bei DaimlerChrysler im April 2004 im Streit mit Arbeitnehmervertretern und dem damaligen Konzernchef Jürgen Schrempp ausgeschieden, kurz bevor er zum Chef der Mercedes Car Group ernannt werden sollte.

Medienberichten zufolge soll Bernhard in seinem Vertrag keine Wettbewerbsklausel haben, so dass er umgehend zu einem anderen Autobauer wechseln könnte. Bei Volkswagen hatte Bernhard die Sanierung der ertragsschwachen Kernmarke VW vorangetrieben. Bei den Arbeitnehmervertretern war er aber auf Grund seines harten Kurses zunehmend auf Kritik gestoßen.

Der neue VW-Konzernchef Martin Winterkorn soll Bernhard dem Vernehmen nach im Zuge des Konzernumbaus den Posten des Konzerns-Produktionsvorstands angeboten haben. Bernhard habe jedoch abgelehnt, weil er die uneingeschränkte Zuständigkeit für die Kernmarke aufgeben müsse. Nachfolger von Bernhard als VW-Markenchef wird in Personalunion Winterkorn.

Über einen angeblich bevorstehenden Rückzug von Bernhard war bereits im November unmittelbar nach dem Wechsel an der Volkswagen-Konzernspitze von Bernd Pischetsrieder zu Winterkorn massiv spekuliert worden. Das Verhältnis zwischen Winterkorn und Bernhard gilt als unterkühlt.

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