Bertelsmann erhöht operativen Gewinn

- Gütersloh - Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat sich im turbulenten Medienmarkt gut behauptet und seine Gewinne aus dem laufenden Geschäft weiter gesteigert. Das operative Ergebnis (Operating EBIT) sei im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent auf 644 Millionen Euro gestiegen, teilte die Bertelsmann AG am Mittwoch in Gütersloh mit. Unterm Strich sank der Gewinn allerdings auf 349 Millionen Euro von 550 Millionen ein Jahr zuvor.

Zu den Steigerungen beim operativen Ergebnis hätten vor allem die Zeitschriftensparte Gruner+Jahr, der Industrie- und Dienstleistungsbereich Arvato sowie der Buchverlag Random House beigetragen, sagte Finanzvorstand Siegfried Luther. Arvato habe in den ersten sechs Monaten alleine ein organisches Wachstum von 8,6 Prozent beim Umsatz erreicht. Grund für den geringeren Überschuss seien hohe Sondererträge im Vorjahr, wie der Gewinn aus dem Verkauf des Bertelsmann Buildings in New York von 247 Millionen Euro, aber auch diesjährige Sonderbelastungen über 80 Millionen Euro vor allem aus der Restrukturierung von Sony BMG und der Direct Group.

Der Umsatz sank im ersten Halbjahr auf 8,0 Milliarden Euro von 8,1 Milliarden in der Vorjahreshälfte. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte habe sich ein moderates Wachstum von 1,2 Prozent ergeben. Zwischen Januar und Juni 2005 hat der Konzern 765 Millionen Euro investiert, sagte Luther. Einige wichtige Projekte, etwa die Mehrheitsübernahme der Stuttgarter Motor- Presse oder ein TiefdruckJoint-Venture mit der Axel Springer AG, gingen erst im zweiten Halbjahr in die Bilanz ein. Im Gesamtjahr werde die Summe der Investitionen "eher in Richtung zwei Milliarden Euro" gehen, sagte Luther der dpa.

"Für das Gesamtjahr 2005 rechnen wir mit einer deutlichen Umsatzsteigerung und weiterem beachtlichen Ergebniswachstum", schrieb Vorstandschef Gunter Thielen in einem Brief an die Mitarbeiter. Die Medienbranche sei weltweit in den Schlagzeilen, zum Teil würden Konzernstrukturen grundsätzlich in Frage gestellt. "Wir bei Bertelsmann verfolgen konsequent unsere Linie und bauen unsere Geschäfts systematisch aus", schrieb Thielen.

Bertelsmanns größter Umsatz- und Ergebnislieferant, die RTL-Group Luxemburg, sei in in den ersten sechs Monaten auf hohem Niveau stabil geblieben. Das lange Zeit als "Sorgenkind" des Konzerns bezeichnete Clubgeschäft habe sich erholt und mit dem US-amerikanischen DVDVersender Columbia House sowie der französischen Buchhandelskette Privat zwei wichtige Zukäufe gelandet. Die Fusion der Musiksparte BMG mit der von Sony komme schneller voran als geplant, der Gewinn sei jedoch unter dem Wert des außergewöhnlich günstig vorlaufenen ersten Halbjahres 2004 geblieben. Die Zahl der Bertelsmann-Mitarbeiter stieg in den vergangenen sechs Monaten weltweit um knapp 2000 auf 78 122.

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