Bertelsmann will Umsatz bis 2015 auf 30 Milliarden Euro steigern

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Berlin (dpa) - Mit Investitionen in schnell wachsende Märkte und mehr Serviceorientierung will der neue Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski den Konzern in neue Umsatz- und Gewinnsphären führen. Bis 2015 soll das operative Ergebnis von derzeit 2 auf 3 Milliarden Euro gesteigert werden.

Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum von 20 auf 30 Milliarden Euro klettern, sagte Ostrowski am Donnerstag vor mehr als 600 Bertelsmann-Führungskräften in Berlin. "Wachstum ist die Basis von allem."

Dem Konzern stünden bis 2012 zwischen 5 und 7 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Allein aus eigener Kraft soll das jährliche Wachstum bis 2015 auf vier Prozent zulegen, nach derzeit deutlich unter zwei Prozent. Ostrowski hatte am Mittwoch die Konzernführung von Gunter Thielen übernommen. Er machte deutlich, Bertelsmann dürfe sich auf Dauer nicht mit Geschäften belasten, die Wachstumsziele wiederholt verfehlten. "Wir müssen unsere Geschäftsfelder überprüfen und notfalls harte Entscheidungen treffen."

Zuletzt waren vor allem die US-Clubsparte mit den Bookspan- Buchclubs und den DVD-Clubs von Columbia House wirtschaftlich ins Trudeln gekommen. Daraufhin war über Verkaufsabsichten spekuliert worden. Bertelsmann hatte das US-Clubgeschäft im Herbst vom europäischen Geschäft der Konzernsparte Direct Group abgetrennt und der Buchverlagssparte Random House mit Sitz in New York zugeschlagen. Nahezu gleichzeitig hatte Bertelsmann angekündigt, die restlichen zehn Prozent der Aktien der börsennotierten und hochprofitablen Fernsehtochter RTL Group kaufen zu wollen. Der Preis wird auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt.

Ostrowski machte in seiner ersten Strategierede als neuer Vorstandsvorsitzender deutlich, dass die Wachstumsprognose für die klassischen Geschäftsfelder der Medienindustrie mit im Mittel 1,1 Prozent ausgesprochen dürftig ausfalle. Deshalb müsse sich der Konzern neben dem Geschäft mit Medieninhalten vermehrt auf Servicegeschäfte konzentrieren, sagte der neue Vorstandschef, der zuvor die Dienstleistungs- und Industriesparte Arvato bei Bertelsmann geführt hatte. "Wir sind gezwungen, uns zu verändern", sagte er. Als mögliche Wachstumsregionen nannte er Russland und Asien.

Große Aufmerksamkeit werde der Konzern künftig auf die Entwicklung neuer kreativer Talente und Unternehmer legen. "Wir wissen alle, dass es einen Kampf um Talente gibt", sagte er. Bertelsmann sei für junge Führungskräfte derzeit nicht so "sexy", wie er gern erscheinen würde, bekannte Ostrowski. "Wir müssen uns viel mehr darauf konzentrieren", für junge Leute attraktiv zu werden. Außerdem gelte es, mehr Aufmerksamkeit den innovativen Ideen und weniger den Abläufen im Konzern zu schenken.

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