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Beruhigt Ferien machen: Welche Versicherung man wirklich braucht

- Komplizierter Beinbruch, aufgebrochener Wohnwagen, hoher Blechschaden beim Leihauto: Das sind keine schönen Urlaubserlebnisse. Ein bisschen erträglicher - vor allem aber billiger und einfacher zu regeln - werden Krankheiten und Missgeschicke, wenn Touristen Versicherungen im Gepäck haben. Aber bitte die passenden: Rund 1500 Euro gibt jeder Bundesbürger im Jahr für Policen aus, dennoch sind viele eher schlecht, zu teuer oder falsch versichert.

Krankenschutz

Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse haben einen Krankenschutz innerhalb Europas und in Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat (etwa der Schweiz). Vor der Abreise sollte der so genannte Auslands-Berechtigungsschein (E 111) bei der Krankenkasse angefordert werden. Alternativ, aber noch nicht flächendeckend, gibt es die Europäische Krankenversicherungskarte. Ob Plastikkarte oder Papiervordruck: Einsetzbar ist beides nur für die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung oder die fortlaufende Behandlung bei einer chronischen Krankheit.Privater Zusatz

Ohne ausreichenden Versicherungsschutz in den Ferien zu erkranken, kann sehr teuer werden. "Wird zum Beispiel ein Rücktransport notwendig, geht das unter Umständen in die Tausende", erklärt Heidemarie Krause-Böhm, Krankenversicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Einen solchen Rücktransport zahlen die gesetzlichen Krankenkassen aber nicht. Deshalb empfiehlt sich eine private Zusatzversicherung. "Das ist mit Abstand die wichtigste Versicherung", erklärt Peter Hemschik vom ADAC. In Deutschland seien 22 Millionen solcher Verträge abgeschlossen. Policen sind ab fünf Euro pro Jahr zu haben. Familien sind mit 15 Euro dabei. Darin enthalten: weltweite ambulante und stationäre Behandlungen sowie Medikamente. Das ist wichtig, weil Urlauber im Ausland oft nur auf Privatrechnung behandelt werden. Ohne die Zusatzpolice bleiben sie nach der Erstattung durch die Krankenkasse auf einem Teil der Kosten sitzen. Die Anbieter sollten eine 24-Stunden-Notrufnummer haben. Den Rücktransport brauchen Reisende übrigens nicht nur aus fernen Ländern. "Die meisten Patienten holen wir aus Österreich zurück - nach Skiunfällen", sagt Peter Hemschik.Reiserücktritt

Wer den Urlaub gar nicht erst antreten kann oder früher abreisen muss - zum Beispiel wegen Krankheit, Unfall oder Todesfall in der Familie - wird froh sein, eine Reiserücktrittsversicherung zu haben. Diese deckt Stornogebühren für Bahn, Flug, Fähre und Hotel ab. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Reisepreises (rund zwei Prozent). "Diese Absicherung ist vor allem wichtig bei teuren Reisen und frühen Buchungen", erklärt der ADAC-Sprecher. Grenzen könne man aber schwer nennen, die Entscheidung hänge von der finanziellen Situation der Urlauber ab.Rund ums Auto

Bei Pannen oder Unfällen im Ausland ist ein Schutzbrief hilfreich (ab 50 Euro/Jahr). Übernommen werden Abschlepp- und Werkstattkosten, Hotel und Rücktransport für die Insassen. Rund 14 Millionen solcher Verträge sind laut Hemschik in Deutschland abgeschlossen. Für das Leihauto rät er zur Vollkaskoversicherung.Mallorca-Police

In einigen europäischen Ländern und in den USA sind die gesetzlichen Haftpflicht-Deckungssummen sehr gering. Schadenersatzforderungen nach einem Unfall mit dem Mietwagen können dann zu Lasten der Touristen gehen. Das verhindert die Mallorca-Police (im Fachjargon Exzedentenversicherung, 20 Euro), die mittlerweile aber in vielen regulären Kfz-Haftpflichtversicherungen integriert ist. Sie gilt - ursprünglich für die Insel eingeführt - mittlerweile in ganz Europa. Weltweit heißt das System Traveller-Police.Camping

Wer seinen Wohnwagen oder sein Wohnmobil versichern möchte, sollte sich genau informieren. Es gibt zahlreiche, sehr unterschiedliche Angebote für Fahrzeug, Inventar und Zelte. Wenn es etwa beim Rangieren zu einem Blechschaden kommt, trägt die Autoversicherung den Schaden. Fliegt aber bei einem Sturm ein Stuhl durch die Luft und verkratzt das Auto des Nachbarn, dann ist eine Haftpflicht-Versicherung nützlich.Und das Gepäck?

"Eine Gepäckversicherung rentiert sich - ehrlich gesagt - gar nicht", meint Peter Hemschik. Denn ein Teil sei in vielen Fällen über die Hausratversicherung abgedeckt. Zudem sei die Erstattung an Bedingungen geknüpft, die kaum jemand erfüllen könne. "Sie müssten nachweisen, alles in Ihrer Macht Stehende getan zu haben, um auf die Koffer aufzupassen." Die Anbieter hätten so strenge Regelungen eingeführt, weil sie früher oft draufzahlten. "Da sind massenhaft teure Kameras verschwunden."Krankentransport vom Ausland nach Hause: Das zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht, Urlauber brauchen eine Zusatzpolice von einem privaten Anbieter.Foto: fkn/obs

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