Beschäftigte der AEG-Hausgeräte protestieren

- Nürnberg - Die Beschäftigten der AEG-Hausgeräte GmbH haben am Donnerstag in Nürnberg gegen eine drohende Schließung ihres Werks protestiert. Von den Plänen des Stockholmer Electrolux-Konzerns wären nach Gewerkschaftsangaben mehr als 1700 Arbeitnehmer betroffen. Nürnbergs IG-Metall-Vize Jürgen Wechsler und Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) forderten eine langfristige Standort- und Beschäftigungsgarantie für das Werk, dass Top-Qualität produziere.

Nach Malys Angaben hat sich mittlerweile auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) in die Diskussion um die Pläne des schwedischen Konzerns eingeschaltet. Clement habe die Entscheidungsträger in Stockholm telegrafisch zu Gesprächen über eine vernünftige Lösung in der Standortdiskussion aufgefordert. "Es kann nicht angehen, dass ein Konzern, der gut verdient, mit der Schließung von Betriebsteilen droht, um Tarifrechte abzubauen", sagte Maly auch mit Blick auf die drohende Schließung des Siemens Trafowerks in Nürnberg.<BR><BR>Betriebsratsvorsitzender Harald Dix wies daraufhin, dass der Electrolux-Konzern im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 12 Milliarden Euro einen Gewinn von 667 Millionen Euro erwirtschaftete. "Und dann wollen die unser Werk schließen - herzlichen Glück zu so einer Entscheidung", sagte Dix unter dem Beifall der Beschäftigten.<BR>Nach Betriebsratsangaben will der Konzern die Zahl seiner Standorte in Europa von 22 auf 15 reduzieren und weite Teile der Fertigung nach Osteuropa verlagern. Zu den angeblich zu hohen Arbeitskosten von 25 Euro pro Stunde in Deutschland sagte Dix: "Am liebsten würden die nur 1,60 Euro pro Stunde bezahlen wie in einer Fabrik in Rumänien, die zu Hungerlöhnen Herde produziert."<BR><BR>IG-Metall-Sprecher Wechsler warf der Electrolux-Führung Erpressung vor. "Mit dem Damoklesschwert einer drohenden Schließung wird der Druck auf Arbeitnehmer und Gewerkschaften erhöht, die Arbeitskosten zu senken." Wechsler erinnerte daran, dass sich der Arbeitszeitkorridor bei der Hausgeräte-Fertigung in Nürnberg seit Jahresbeginn zwischen Null und 48 Stunden bewegt. "Diese Flexibilisierung soll uns erst einmal jemand nachmachen."

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