700 Beschäftigte haben Arbeit niedergelegt

- Bremen/Salzgitter - Kurz vor der vierten Tarifrunde in der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie haben mehr als 7000 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt und für höhere Löhne demonstriert.

Bei den Warnstreiks in insgesamt 16 Betrieben in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stand die Produktion für mehrere Stunden still. Am morgigen Donnerstag beginnt in Essen die neue Verhandlungsrunde. Dann starten auch die ersten Warnstreiks in der ostdeutschen Stahlindustrie. Die Arbeiter im Walzwerk Finow im brandenburgischen Eberswalde wollen kurzzeitig die Arbeit niederlegen.

Am frühen Mittwochmorgen gab es im Bremer Arcelor-Stahlwerk einen siebenstündigen Warnstreik. "Pünktlich um vier Uhr haben wir unsere Anlagen heruntergefahren", berichtete Volker Stahmann von der IG Metall Bremen. Ein Notdienst sei eingerichtet worden. Insgesamt hätten etwa 2000 Menschen gestreikt. Im Laufe des Vormittags gab es mehrere Kundgebungen. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sei keine Verhandlungsgrundlage, betonte Stahmann.

Auch Mitarbeiter der Salzgitter AG legten ihre Arbeit für drei Stunden nieder. Demonstranten zogen mit Trillerpfeifen zur Hauptverwaltung. Dort gab es eine Kundgebung mit mehr als 2000 Teilnehmern.

In Nordrhein-Westfalen legten etwa 3000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Seit dem vergangenen Freitag haben damit nach Gewerkschaftsangaben 16 000 Stahlarbeiter die Produktion in ihren Werken eingeschränkt oder zum Stillstand gebracht.

Mit den Warnstreiks will die IG Metall vor Beginn der vierten Tarifrunde ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Sie verlangt sieben Prozent mehr Lohn für die 85 000 Beschäftigten in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Arbeitgeber haben drei Prozent sowie 500 Euro Einmalzahlung angeboten bei einer längeren Laufzeit von 19 Monaten.

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