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Die Demonstranten fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt. Die Tarifergebnisse des öffentlichen Dienstes sollen auf den Beamtenbereich übertragen werden.

Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Über 2000 Beschäftigte demonstrieren in Nürnberg

Nürnberg - Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wollen 6,5 Prozent mehr Gehalt. Unter anderem. Am Mittwoch gehen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde. In Nürnberg sind heute über 2000 Menschen für ihre Forderung auf die Straße gegangen.

Im Tarifstreit mit den Ländern haben mehr als 2000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Nürnberg für mehr Lohn und Gehalt demonstriert. Die Mitarbeiter von Straßenmeistereien, Kliniken und Kindertagesstätten zogen am Vormittag zunächst durch die Innenstadt, um sich dann zu einer Abschlusskundgebung vor der Lorenzkirche zu versammeln. Zu den Protesten und landesweiten Arbeitsniederlegungen in Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Betrieben hatte die Tarifunion des Deutschen Beamtenbundes (dbb) aufgerufen. Am Dienstag sind bayernweite Aktionen der DGB-Gewerkschaft Verdi geplant.

Andreas Hemsing, Mitglied der Geschäftsführung der dbb-Tarifkommission, warf den Bundesländern in den laufenden Tarifverhandlungen eine „Blockadehaltung“ vor. Die Arbeitgeberseite und deren Führung durch den Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn (SPD), scheine die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für eine funktionierende Gesellschaft zu verkennen. „Ohne uns ist die moderne Gesellschaft gar nicht zu organisieren“, betonte Hemsing. Der stellvertretende bayerische dbb-Vorsitzende Hermann Benker warnte die Politiker: „Auch wir im öffentlichen Dienst können zu Wutbürgern werden.“

Unterdessen hat Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) die Tarifgemeinschaft der Länder für die Landesbediensteten infrage gestellt. „Wir erhoffen uns jetzt die Woche eine saubere Lösung. Ansonsten würden auch wir uns mal die Frage stellen, ob diese Tarifgemeinschaft ihre eigenen Zwecke noch erreicht“, sagte Söder am Montag in München. Er halte es für falsch, dass die Länder unter Verhandlungsführer Bullerjahn noch kein Angebot vorgelegt hätten. Der Freistaat selbst sei verhandlungsbereit und wolle zu einem „fairen und angemessenen Abschluss kommen“.

Die Serie der Warnstreiks im öffentlichen Dienst will am Dienstag die Gewerkschaft Verdi fortsetzen. In zahlreichen Städten des Landes seien Beschäftigte von Universitäten, Universitätskliniken, Autobahn- und Straßenbahnmeistereien, Behörden, und Staatstheater zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen, informierte der Verdi-Landesverband Bayern am Montag. Geplant seien Kundgebungen in München, Erlangen, Würzburg und Regensburg. Die Arbeitnehmerorganisationen fordern für die Landesbeschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Verhandlungen darüber sollen an diesem Mittwoch und Donnerstag in Potsdam fortgesetzt werden.

dpa

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