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Mehr als 200 Biotechs gibt es in Bayern, 125 davon sitzen im Raum München, rund 70 in der Gemeinde Planegg. 

Biotechnologie

Beschäftigungs-Rekord in der bayerischen Biotech-Branche

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Martinsried – Ein Teil der Medikamente von morgen kommt mit ziemlicher Sicherheit aus Martinsried. Die Biotech-Branche ist im Aufwind – nicht nur am Stadtrand von München, in ganz Bayern.

In Martinsried, einem Ortsteil der Gemeinde Planegg im Landkreis München, liegt das Epizentrum der deutschen Biotechnologie. Im Innovations- und Gründerzentrum IZB sitzen 63 meist junge Unternehmen der Branche. Sechs Neuzugänge ziehen in den kommenden Monaten ein. Die Biotech-Branche ist im Aufwind – nicht nur am Stadtrand von München, in ganz Bayern. Das zeigt eine Auswertung des Bayerischen Biotechnologie Clusters (BioM), die gestern im IZB vorgestellt wurde.

Insgesamt waren in den rund 210 Biotech-Firmen, die im Freistaat sitzen, 2015 mehr als 12 000 Mitarbeiter beschäftigt. Fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Beschäftigungsrekord. Zusammen mit weiteren 18 000 Beschäftigten in Pharmafirmen, bei Dienstleistern sowie Produktions- und Zulieferbetrieben kommt die bayerische Biopharmazeutische Industrie damit auf über 30 000 Beschäftigte. Tendenz steigend. Und auch die Umsatzerlöse der bayerischen Biotechs legten im vergangenen Jahr zu – um sieben Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Dabei würden allerdings wenig neue Unternehmen dazukommen, sondern die bereits bestehenden wachsen, sagt Professor Horst Domdey, Geschäftsführer bei BioM. „Deutschlandweit wurden 2015 zehn Neugründungen in der Biotechnologie gezählt, da sind die bayerischen drei neuen Start-ups schon ein großer Teil davon“, so Domdey. Wenig überraschend: Zwei der neu gegründeten Biotechs in Bayern sitzen in Martinsried (Secarna und SinYmed); das dritte hat sich in München niedergelassen (Therawis). Auch 2016 gab es bereits fünf Neugründungen im Freistaat.

Geht es nach Domdey, könnten es aber weit mehr sein. Das Problem seien nach wie vor die Rahmenbedingungen, die es Biotechs in Deutschland schwer machten. Vor allem die Finanzierungssituation für Start-ups sei verbesserungswürdig. In Zahlen sank der Anteil der Finanzierung über Private Equity 2015 auf 43 Millionen Euro; im Vorjahr waren es noch 100 Millionen Euro. „Das Problem ist, dass die deutsche Wagnis-Kapital-Szene nicht gut ausgestattet ist“, so Domdey. In den USA beispielsweise sei die Risikobereitschaft der Investoren weitaus höher. Hier müsse der Staat dringend Anreize wie etwa Steuererleichterungen schaffen, fordert Domdey.

Ein Blick über Bayern hinaus zeigt, dass die Biotech-Branche in ganz Deutschland momentan gut aufgestellt ist. „15 Wirkstoffe wurden im vergangenen Jahr bundesweit zugelassen, so viele wie nie zuvor in einem Jahr“, schwärmt Frank Mathias, Vorsitzender von vfa bio, der Interessensgruppe Biotechnologie im Verband forschender Pharma-Unternehmen. 627 Substanzen seien aktuell in der Entwicklung, „in der Pipeline“ wie es in der Branche heißt. Vor allem Impfstoffe erleben laut Mathias derzeit eine Renaissance.

Es sind also zahlreiche neue Präparate in den kommenden Jahren zu erwarten – vor allem aus Bayern. 149 Substanzen sind laut Domdey hier in der Pipeline. Allein das Martinsrieder Vorzeigeunternehmen Morphosys arbeitet aktuell an rund 100 Antikörper-Projekten. Ein Teil der Medikamente von morgen kommt also mit ziemlicher Sicherheit aus Martinsried. 

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