Beschäftigungspakt bei Porsche: Neue Gespräche

- Stuttgart - Nach dem Beschäftigungspakt für zwei Standorte des Sportwagenbauers Porsche will der Betriebsrat jetzt entsprechende Verhandlungen auch für das Entwicklungszentrum in Weissach aufnehmen. Das kündigte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück am Donnerstag an. Bisher profitieren die 5500 Mitarbeiter im Stammwerk Zuffenhausen und im Vertrieb in Ludwigsburg von der Beschäftigungsgarantie bis zum Jahr 2010. Nun sollten auch Verhandlungen für die 2800 Mitarbeiter in Weissach beginnen, sagte Hück.

Der Betriebsrats-Chef geht davon aus, dass etwa in zwei Wochen der Vertrag unterschrieben werden kann. Mit Stolz wies er darauf hin, dass die hart umkämpfte "Steinkühlerpause" - fünf Minuten Erholzeit pro Stunde - bei Porsche weiter bestehen bleibt. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wollte "dieses Relikt" unbedingt abschaffen. Die 1973 im Tarifvertrag für Nordwürttemberg/Nordbaden festgeschriebene Erholzeit verringert die Arbeitszeit von Porsche gegenüber anderen deutschen Tarifgebieten um 18 Arbeitstage im Jahr.Für die Rettung der "Steinkühlerpause" seien Porsche mehr flexiblere Arbeitszeiten und eine höhere Produktivität angeboten worden. "Wer mehr produzieren muss, der braucht auch eine Erholzeit, wenn die Qualität stimmen soll", sagte Hück. Dieses Argument habe Wiedeking, wenn auch schweren Herzens, akzeptiert. Beim Beschäftigungssicherungsvertrag für die 160 000 Mercedes-BenzBeschäftigten im vergangenen Jahr war die "Steinkühlerpause" gekürzt worden. Der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte sie als "baden-württembergische Krankheit" kritisiert.Als Erfolg wertete der Betriebsratschef auch, dass Zuffenhausen zum "Weltmotorenwerk" von Porsche werden soll. Dort werden derzeit täglich rund 200 Motoren für den 911er und den Boxster, sowie rund 100 Acht-Zylinder-Motoren für den Cayenne gebaut. Da die Produktionsbänder verlängert werden sollen, ist künftig auch Platz für die Motorenfertigung für die vierte Baureihe.Als Erklärung dafür, warum das Werk Leipzig nicht in den Beschäftigungspakt aufgenommen wurde, hieß es, dort werde "schon bis zum Anschlag" gearbeitet. Auch die vierte Baureihe werde mit Sicherheit dort produziert. Da Porsche-Chef Wiedeking großen Wert auf "Made in Germany" lege, laufe die Produktion des neuen Wagens auf Leipzig zu.

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