Beschwerlich, aber hoffnungsvoll: Zwei Wege aus der Schuldenfalle

- Die Schuldenfalle schnappt schneller zu, als man denkt: Plötzlich auftretende Arbeitslosigkeit, persönliche Schicksalsschläge oder ein unbedarfter Umgang mit den Finanzen - die Gründe für Überschuldung sind vielfältig. Allerdings beobachten Schuldnerberater immer wieder, dass in finanzielle Not geratene Menschen sich häufig falsch verhalten.

Dabei gibt es einige -wenn auch beschwerliche -Wege aus der Krise. Zu Beginn einer Entschuldung sollte neben dem Eingeständnis des Problems eine schonungslose Bestandsaufnahme stehen: "Je früher die Reißleine gezogen wird, desto besser", sagt Klaus Hofmeister von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungen.

Das kann schon dadurch geschehen, dass man sich einen Überblick über Einsparmöglichkeiten verschafft und -auch wenn das einen Biss in den sauren Apfel bedeutet -etwa das Auto abschafft. In ernsteren Fällen sollte entweder gleich eine Beratungsstelle (siehe Kasten) aufgesucht werden oder mit einer vertrauten Person über die Finanzen gesprochen werden. Verdrängen ist immer falsch: "Dadurch wird es nur noch schlimmer", so Hofmeister. Wer richtig tief in der Schuldenfalle steckt, hat zwei Möglichkeiten: die außergerichtliche Schuldenregulierung oder die Verbraucherinsolvenz. Schuldnerberater sehen in der ersten Variante den Königsweg. Hier wird versucht, Regelungen mit den Gläubigern zu treffen.

Gemeinsam wird versucht, sich mit einem Schuldenbereinigungsplan gütlich zu einigen. "Es wird zum Beispiel auch überprüft, ob Forderungen zu Unrecht erhoben worden sind", erklärt Berater Hofmeister. Außerdem würden sie dabei unterstützt, mit den Gläubigern in Kontakt zu treten. Und: "Man lotet aus, ob etwa der Arbeitgeber oder jemand aus der Verwandtschaft zu einem Darlehen bereit ist", erläutert Hofmeister.

Ein anderer Weg, der viel Disziplin erfordert, ist ein gerichtliches Verbraucherinsolvenzverfahren. Es wird nur dann eingeleitet, wenn keine außergerichtliche Einigung erzielt werden konnte, und kann nach mehreren Jahren eine Restschuldbefreiung zur Folge haben. Dazu muss das Verfahren beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt werden. Einzureichen sind unter anderem eine Bescheinigung über die gescheiterte außergerichtliche Einigung, ein Antrag auf Restschuldbefreiung, eine detaillierte Übersicht über das Einkommen und ein Verzeichnis der Gläubiger mit deren Forderungen.

Die Kosten für das Verfahren trägt in der Regel der Schuldner. Wenn aber kein pfändbares Einkommen oder Vermögen vorhanden ist, kann Ein Neubeginn nach zehn Jahren ist möglich ein Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten gestellt werden. Anschließend wird ein Rechtsanwalt als Treuhänder eingesetzt, der das Vermögen zur Schuldentilgung verwertet. Wichtig zu wissen: Die Gläubiger werden öffentlich dazu aufgefordert, ihre Forderungen beim Treuhänder anzumelden.

Durch diese Veröffentlichung können Arbeitgeber oder Vermieter davon erfahren. Wer nach Abschluss des Verfahrens während der sechsjährigen "Wohlverhaltensphase" seinen strengen Verpflichtungen nachkommt, kann schließlich mit einer Befreiung von der Restschuld rechnen. Die werde aber schon dann versagt, wenn etwa im Vorfeld falsche Angaben gemacht worden seien, warnt Hofmeister. Dennoch ist mit der Insolvenzregelung nach Expertenmeinung auch für mittellos Überschuldete nach rund zehn Jahren ein Neubeginn möglich.

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