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Egal ob Bekleidung, Musikträger, Spiele oder Schmuck – der Einkauf im Internet wird immer beliebter. Viele renommierte Unternehmen mit Ladengeschäften bieten mittlerweile ihre Ware auch erfolgreich in Online-Shops an. Dennoch – völlig unproblematisch ist das Einkaufen dort nicht.

Besondere Rechte im Online-Handel

München - Zu Weihnachten boomt in Deutschland der Online-Handel. Nach einer Prognose des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels werden die Online-Umsätze in diesem Jahr um 18 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro steigen. Wir erklären, was der Kunde wissen muss.

Internet-Kunden haben besondere Rechte beim Online-Einkauf. Dennoch gibt es auch Gefahren. Hier das Wichtigste in Kürze:

Widerruf binnen 14 Tagen möglich

Anders als beim Einkauf in einem Geschäft kann man im Internet weder Produkte anfassen noch den Verkäufer in Augenschein nehmen. Verbraucher dürfen deshalb online oder am Telefon erstandene Artikel binnen zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgeben. So sieht es das Fernabsatzgesetz vor. Die Frist beginnt frühestens mit dem Eintreffen der Waren, bei Dienstleistungen schon bei Vertragsschluss, erläutert das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg.

Versäumt es der Verkäufer, den Verbraucher vor oder unmittelbar nach Vertragsschluss über sein Widerrufsrecht zu belehren, verlängert sich die Frist auf einen Monat. Gar keine oder eine nicht ordnungsgemäße Belehrung führt zu einem unbefristeten Rückgaberecht.

Wenn man Ware nicht behalten möchte, schickt man sie zurück. So wird der Widerruf automatisch wirksam. Es reicht, das Produkt rechtzeitig vor Ablauf der zwei Wochen abzusenden. Zwar kann man seinen Rücktritt zunächst auch formlos erklären, zum Beispiel per E-Mail. Es gibt aber auch Händler, die statt des Widerrufsrechts nur ein sogenanntes Rückgaberecht einräumen. In diesem Fall kann man den Rücktritt nur erklären, indem die Ware fristgemäß zurückgeschickt wird. In jedem Fall sollte man die Lesebestätigung der E-Mail, einen Einschreibbeleg oder den Paketeinlieferungsschein aufbewahren.

Wer die Kosten der Rücksendung trägt

Grundsätzlich steht dem Verbraucher nach Rückgabe die Erstattung des vollen Kaufpreises zu. Die Kosten für die Rücksendung hat bis zu einem Warenwert von 40 Euro der Käufer zu tragen, bei Beträgen über 40 Euro der Verkäufer.

Ausnahmen vom Rückgaberecht

Die 14-Tages-Frist gilt zum Beispiel nicht bei schnell verderblichen Lebensmitteln, einem bestellten Catering, entsiegelten Datenträgern mit Musik oder Spielen und bei Waren, die speziell für den Kunden angefertigt worden sind. Auch bei Versicherungen und Buchungen von Hotels, Reisen, Mietwagen, Veranstaltungen oder Fahrkarten hat der Verbraucher kein Rückgaberecht.

Wie man bezahlen kann

Wie die Stiftung Warentest in ihrem neuesten Haft von „Finanztest“ herausgefunden hat, ist die Aufklärung über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Möglichkeiten des Bezahlens in 30 großen Onlineshops überraschend gut. Bezahlen könne man fast immer ganz klassisch per Rechnung oder Lastschrift, hat die Untersuchung ergeben. In fast allen betrachteten Onlineshops stehen den Kunden mindestens vier Bezahlarten zur Auswahl.

Gefahr durch Betrüger

Skeptiker des Online-Einkaufs weisen immer wieder auf Betrugsfälle hin. So versuchen Gauner oft, die Finanzdaten der Nutzer von Paypal und Clickandbuy abzufangen. Sie verschicken E-Mails im Namen der Anbieter und locken die Nutzer auf gefälschte Webseiten. Hier erfragen sie Kreditkartendaten und Passwort. Gegen den betrügerischen Gebrauch von Kreditkartendaten haben Visa und Mastercard unter den Begriffen Verified by Visa und Mastercard Service Code einen zusätzlichen Passwortschutz eingeführt. Das Passwort wählt der Kreditkartenbesitzer selbst; er muss es dann zusätzlich eingeben.

Gegen Betrug bietet kein Onlinebezahlverfahren einen 100 prozentigen Schutz, befindet die Stiftung Warentest. Betrug komme vor, sei aber keinesfalls der Normalfall. Online-Käufer, die sich im Internet aufmerksam verhalten, den Rechner richtig ausstatten und mit Bedacht surfen und mailen, würden kaum Opfer von Cyberkriminellen.

Was im Streitfall zu tun ist

Kommt es zum Konflikt mit einem Online-Händler, können sich Verbraucher an Beschwerde- und Schlichtungsstellen wenden. Dazu gehört das von der EU und deutschen Ministerien unterstützte Europäische Verbraucherzentrum in Kehl (www.eu-verbraucher.de/de/dies-sind-ihre-rechte/ecommerce/) und Kiel. Dort ist auch ein Formular verfügbar, über das man sich zum Beispiel über Händler beschweren kann. Für Beratungen und Beschwerden stehen auch die Verbraucherzentralen zur Verfügung, in schwerwiegenden Fällen der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (www.dsw-schutzverband.de).

mm/tmn

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