"Besser, als wir uns machen": Positive Signale für den Mittelstand

- Frankfurt - Der verhaltene Aufschwung im Mittelstand wird kräftiger. Es gebe erste Signale, dass die Schwäche der Binnennachfrage in diesem Jahr überwunden werden könne, heißt es im "Mittelstandsmonitor 2005", einer Studie der KfW-Bankengruppe und einiger Wirtschaftsforschungsinstitute. Davon könnten die Unternehmen profitieren - mit neuen Arbeitsplätzen sei aber kaum zu rechnen.

<P class=MsoNormal>"Ein bisschen Dur, etwas mehr Moll", fasste der Creditreform-Vorstand Helmut Rödl die Lage des Mittelstands bei der Veröffentlichung der Untersuchung zusammen. Deren Geschäftslage konnte im vergangenen Jahr von der vom Export getriebenen Erholung der Konjunktur deutlich schwächer als die Großunternehmen profitieren, die stärker in die internationale Wirtschaft integriert sind. Am ehesten erreichte der Rückenwind noch die stark im Ausland engagierten Mittelständler aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Großhandel.</P><P class=MsoNormal>Für 2005 ist eine Fortsetzung der moderaten Erholung zu erwarten. Dabei dürfte sich der Rückstand der Mittelständler gegenüber den Großunternehmen infolge einer wieder etwas lebhafteren Binnenkonjunktur verringern. Mit steigenden Investitionen oder größeren Beschäftigungsimpulsen sei allerdings erst zu rechnen, wenn die Mittelständler von der "Tragfähigkeit der binnenwirtschaftlichen Aufschwungkräfte" überzeugt seien. Derzeit wollen 35 Prozent der Mittelständler innerhalb der nächsten sechs Monate investieren, der langjährige Durchschnitt liegt bei 47 Prozent.</P><P class=MsoNormal>Die Verlagerung von Produktion nach Osteuropa hält sich laut der Studie in Grenzen. Nur eines von 1000 mittelständischen Unternehmen sei mehrheitlich an Firmen in Mittel- und Osteuropa beteiligt. Allerdings exportiere bereits jedes zehnte Produkte in die neuen Märkte. "Von einer Flucht des Mittelstands nach Osten kann daher keine Rede sein, und sie ist auch nicht zu erwarten", sagte KfW-Vorstandssprecher Hans Reich. Dennoch seien Ängste weit verbreitet: So sehe nur ein Fünftel der Firmen in der EU-Osterweiterung neue Chancen, während 41 Prozent der Meinung sind, dass die Risiken überwiegen.</P><P class=MsoNormal>Bei den Insolvenzen im Mittelstand sei auch 2004 ein Anstieg zu erwarten, sagte Reich. In Ostdeutschland würde die Zahl der Unternehmenspleiten jedoch zurückgehen. Gleichzeitig würden immer mehr Firmen neu gegründet. Zu den Gewinnern zählten die Dienstleistungsbranche, der Handel und sogar das Baugewerbe. Im Trend liegen vor allem Kleinstgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus. So hätten sich 361 000 Menschen ohne Job mit Hilfe von Überbrückungsgeld und Ich-AG-Förderung selbstständig gemacht. Banken-Chef Hans Reich forderte alle Beteiligten zu mehr Optimismus auf: "Wir sind besser, als wir uns machen."</P><P class=MsoNormal>Sorgen macht den Fachleuten allerdings die Stagnation bei den Innovationen im Mittelstand. Ein Hemmnis sei dabei der Mangel an Finanzierungsquellen und Fachpersonal, betonte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW, Wolfgang Franz. Er warnte vor "hektischem Aktionismus": "Innovationsaktivitäten brauchen einen sehr langen Atem, aber sie tragen dazu bei, dass Deutschland auf einen höheren Wachstumspfad kommt."</P>

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