Die besseren Aktienfonds - Exchange traded funds

München - Wer mit Aktienfonds unzufrieden ist, sollte sie noch in diesem Jahr auswechseln. Nur so können Anleger vermeiden, dass bei einem späteren Austausch die Abgeltungssteuer die Rendite des neuen Fonds schmälert. Eine oft profitablere und günstigere Alternative können Indexfonds sein.

Eigentümer von Aktienfonds müssen sich auf harte Zeiten einstellen. Die Börsenturbulenzen schmälern die Kursgewinne und ab 1. Januar 2009 fällt bei Neukäufen die Steuerbefreiung nach einjähriger Haltedauer weg. Zudem ist die Kursentwicklung vieler Fonds meistens schlechter als beim jeweiligen Vergleichsindex. Wer diese Nachteile meiden will, findet in börsennotierten Indexfonds eine kostengünstige Alternative.

-Was ist ein börsennotierter Indexfonds?

Die Anteile werden an der Börse gehandelt, ihr Kürzel heißt deshalb ETF für "Exchange Traded Funds". In Deutschland startete der Handel im April 2000. Mittlerweile haben vor allem institutionelle Anleger über 60 Milliarden Euro in Indexfonds geparkt.

-Wie funktionieren ETFs?

Die Anbieter betreiben keine eigene Aktienauswahl, sondern investieren das Anlegergeld in einzelne Indizes. Beispiel: Dax. Hier enthält ein Indexfonds die Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen im gleichen Verhältnis wie das Börsenbarometer. Anleger können die Kursentwicklung leicht überprüfen: Zeigt der Index noch oben, notiert der Indexfonds im gleichen Umfang höher. Fällt der Index, geht es für den Indexfonds genauso abwärts. Neben Kursgewinnen bekommen Anleger alle Dividenden gutgeschrieben.

-Welche ETFs gibt es?

Die Zahl der in Deutschland angebotenen Indexfonds ist mittlerweile auf 350 gestiegen. Papiere gibt es zu allen großen Aktienindizes wie Euro Stoxx 50 oder Dow Jones. Für risikobereite Anleger werden spezielle Länder-, Regional-, Branchen- und Themenindizes angeboten. Wer spekulieren will, kann auch Indexfonds wählen, die von Seitwärtsmärkten profitieren oder auf fallende Notierungen setzen. Für vorsichtige Sparer eignen sich Rentenindizes.

-Warum laufen viele Aktienfonds schlechter als Indexfonds?

Aktienfonds schüren beim Anleger die Hoffnung, dass deren Manager durch die Auswahl von Aktien eine bessere Wertentwicklung erzielen als der jeweilige Markt. Das gelingt aber nur selten: Laut einer Studie von E-Fundsresearch.com schnitten bei US-Aktienfonds nur 15 Prozent besser ab als der S&P 500-Index, der die 500 größten US-Aktiengesellschaften umfasst. Von etablierten Europa-Aktienfonds übertrumpften nur knapp zehn Prozent den breiten MSCI-Europe-Index.

Die meisten aktiv gemanagten Aktienfonds orientieren sich sehr eng am Marktindex, an dem ihr Erfolg gemessen wird. Dies wiederum führt dazu, dass viele ihre Messlatte ständig verfehlen. Denn bei Aktienfonds fallen ­ anders als bei Indexfonds ­ Kosten an, die das Ergebnis schmälern.

-Gibt es weitere Vorteile im Vergleich zu Aktienfonds? "Bei Indexfonds werden die Preise fortlaufend gestellt und nicht nur einmal täglich wie bei Aktienfonds", erläutert Thorsten Michalik, Leiter ETFs bei der Deutschen Bank. Der An- und Verkauf erfolgt zu bekannten Kursen. Zudem sind die Kosten deutlich niedriger als bei Aktienfonds: ETFs berechnen keinen Ausgabeaufschlag. Es fallen nur die üblichen Handelsprovisionen an. Auch die jährliche Verwaltungsgebühr liegt mit 0,2 Prozent im Durchschnitt deutlich unter der von Aktienfonds (1,5 Prozent).

-Was unterscheidet ETFs von Indexzertifikaten? Wie ETFs investieren Indexzertifikate das Anlegergeld in Indizes aller Art. Zwar sind die Gebühren bei Zertifikaten etwas günstiger, sie haben jedoch vier Nachteile:

1. Wer ein solches Papier kauft, erhält meistens keine Dividende. Bei ETFs erhöht dieser Bonus immer die Rendite.

2. Zertifikate sind weniger strikt reglementiert. Hingegen unterliegen ETFs den gesetzlichen Regeln wie alle anderen Investmentfonds.

3. Rechtlich handelt es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen. Geht der Anbieter pleite, werden Anleger nur aus der Konkursmasse bedient. Das in ETFs investierte Geld hingegen ist als Sondervermögen abgesichert.

4. Kursgewinne bei Zertifikaten, die nach dem 14. März 2007 erworben wurden, müssen bei einem Verkauf ab Mitte 2009 voll versteuert werden. Für Aktienfonds und ETFs gilt diese Regelung erst bei einem Kauf ab 1. Januar 2009.

-Welche ETFs empfehlen Verbraucherschützer?

"Der Großteil des Anlagegeldes sollte in fest etablierte Märkte wie Deutschland und Westeuropa fließen", rät der Bremer Verbraucherschützer Arno Gottschalk. Empfehlenswert seien marktbreite Indizes wie der DJ Stoxx 600 oder MSCI Europe. Nur ein Anteil von maximal 15 Prozent sollte in Indexfonds für USA, Japan und Emerging Markets angelegt werden. Von Länder-, Branchen- und Themenindizes rät Gottschalk Privatanlegern ab. "Dabei handelt es sich oftmals um kurzatmige Modethemen, die zwar größere Chancen, aber auch hohe Risiken bergen." Tunlichst meiden sollte man solche Indexfonds, die nur auf wenige Aktien setzen. Dann fehlt die breite Risikostreuung ­ die Grundidee bei Fonds.

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