+
Die Zahl der Todesfälle ist zwar wegen der demografischen Entwicklung gestiegen, der Umsatz je Verstorbenem ist jedoch geringer ausgefallen. Foto: Sophia Kembowski

Verbraucher schauen auf Preis

Bestatter-Umsätze trotz mehr Todesfällen nicht gestiegen

Während der würdevolle Abschied am Grab früher oft ein teures Statussymbol war, setzen viele Hinterbliebene heute den Rotstift an. Bestatter beklagen einen sinkenden Umsatz je Verstorbenem.

Düsseldorf (dpa) - Mehr Todesfälle und sparsamere Hinterbliebene: Auch bei Bestattungen schauen viele Verbraucher auf den Preis. Während früher Beerdigungen oft ein Statussymbol waren, recherchieren viele Hinterbliebene nun oft im Internet nach günstigen Angeboten.

Bei der nach Angaben der Veranstalter weltweit wichtigsten Bestatterfachmesse BEFA in Düsseldorf diskutieren Vertreter der Branche seit Donnerstag über neue Trends und aktuelle Entwicklungen. Rund 210 Aussteller präsentieren noch bis zum Samstag unter anderem neue Sarg- und Urnenmodelle, etwa mit glitzernden Kristallen oder Fußballmotiven.

Rund 4000 vorwiegend mittelständische Bestattungsunternehmen haben im vergangenen Jahr in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter einen weitgehend unveränderten Umsatz von knapp 2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Zahl der Todesfälle sei zwar wegen der demografischen Entwicklung gestiegen, der Umsatz je Verstorbenem sei jedoch geringer ausgefallen, berichtete Verbandssprecher Oliver Wirthmann.

"Es gibt eine Menge Menschen, die für Beerdigungen weniger ausgeben wollen", stellte Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas fest. So sei eine Billigbestattung schon für etwa 1000 Euro zu haben, eine einfache Beerdigung komme auf etwa 2000 bis 3000 Euro.

Viele Vergleichsportale im Internet kassierten jedoch oft hohe Provisionen von bis zu 20 Prozent, so dass es in der Regel günstiger sei, lokale Angebote von Bestattern einzuholen. Dabei sei es sinnvoll, konkret nach günstigen Angeboten zu fragen, sagte Helbach. Wirthmann vom Bestatterverband warnte jedoch vor Lockvogelangeboten, die das mangelnde Preisgefühl vieler Verbraucher für die Kosten einer Beerdigung ausnutzten.

Für etwa zwei Drittel der Verstorbenen werde - oft auch aus Kostengründen - eine Feuerbestattung gewählt, berichtete Helbach. Noch Mitte der 90er Jahre sei dieses Verhältnis umgekehrt gewesen. Gespart werde auch bei Grabsteinen oder der Größe der Grrabanlagen, so Wirthmann. Gefragt seien etwa pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen.

Befa Bestattungsmesse

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW entlässt VW-Vorstand Heinz-Jakob Neußer
Nach dem Abgas-Skandal wurde der VW-Vorstand und ehemalige Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer beurlaubt. Nun soll ihm fristlos gekündigt werden.
VW entlässt VW-Vorstand Heinz-Jakob Neußer
Scholz würdigt Erfolg der Griechenland-Rettung
Es war eine Existenzkrise bis an den Rand der Staatspleite und des Rauswurfs aus der Eurozone: Acht Jahre hing Griechenland am Tropf internationaler Geldgeber. Und nun?
Scholz würdigt Erfolg der Griechenland-Rettung
Ernteausfälle wegen Dürre können auch Verbraucher treffen
Ein heißer und trockener Sommer liegt hinter den Landwirten in Norddeutschland. Die Ernte wird schlecht ausfallen. Das hat auch Folgen für die Verbraucher.
Ernteausfälle wegen Dürre können auch Verbraucher treffen
Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil
Beim Autokauf sind Senioren konservativ. Sie informieren sich am liebsten beim Händler und dort beim selben Ansprechpartner. Dann geht es los - und zwar gerne im SUV …
Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil

Kommentare