Bestattungen: Wie man vorsorgen und sparen kann

München - Die letzte Ruhe ist nicht umsonst: Rund 5000 Euro kostet ein übliches Begräbnis. Für viele Hinterbliebene ist das schwer finanzierbar. Doch auch die Vorsorge für die Beerdigung ist nicht unproblematisch. Wir sagen, was zu beachten ist.

Rundum-Service

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, rufen die Menschen vermehrt bei Michael Wortberg an: Sie wollen von dem Versicherungsexperten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erfahren, wie sie finanziell für den Tod vorsorgen können. Die Bestattungsunternehmer bieten gerne den Rundum-Service an: Vom Ankleiden und Einsargen der Leiche, über das Versenden der Trauerkarten bis hin zum Blumenschmuck übernehmen die Sterbe-Experten alle anfallenden Arbeiten. Unseriöse Anbieter nutzen die Situation der Trauernden aus, die oft nicht in der Lage sind, schnell vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Kosten-Transparenz

Nach einer Untersuchung der Verbraucherinitiative Bestattungskultur "Aeternitas" in Königswinter arbeitet nur ein Drittel der Bestattungsunternehmen mit transparenten Kosten und seriösen Kostenvoranschlägen. Dabei wissen viele Angehörige nicht, dass man einen Großteil der Dienste selbst erledigen und dabei gleich mehrere hundert Euro sparen kann: Man darf eigene Kleidung für die Leiche zur Verfügung stellen ebenso wie eigene Sargausstattung. Den Blumenschmuck kann man in Eigenregie arrangieren, die Traueranzeigen selbst am PC gestalten und aufgeben sowie den Totenschein zu den Ämtern tragen.

Sozialbestattungen

Die Kosten für eine Bestattung müssen die Angehörigen tragen. Sind sie dazu nicht in der Lage, springt das Sozialamt ein und organisiert eine ortsübliche Bestattung, meist ohne Trauerfeier und Blumenschmuck. Doch die Ämter prüfen genau, ob sich nicht doch ein zahlungsfähiges Familienmitglied findet. Das kann Monate dauern. Solange wird die Urne nicht bestattet. "Zunehmend lehnen Bestattungsunternehmer Kunden ab, die nicht genug Geld für die Beerdigung haben, aus Angst, ihr Honorar niemals zu erhalten", sagt Alexander Helbach, Sprecher von Aeternitas.

Unrentable Policen

Wer die Möglichkeiten hat, sollte finanziell vorsorgen. Die Sterbegeldversicherung ist immer noch die beliebteste Form. Wortberg kann nur abraten: "Das ist eine völlig unrentable Police". Nicht selten zahlt man wesentlich mehr ein, als man später herausbekommt: Beispiel: Hat man im Jahr 2005 eine Police abgeschlossen und zahlt monatlich rund 42 Euro, erhält man nach Ablauf der Laufzeit im Jahr 2021 eine Versicherungssumme von gerade mal 5000 Euro - eingezahlt hat man rund 8000 Euro. "Besser sind Bundesschatzbriefe oder Banksparpläne", rät Hedwig Telkamp von der Verbraucherzentrale Bayern. "Eine Alternative wäre auch ein Sparkonto oder Tagesgeldkonto." Wer bereits eine Sterbegeldversicherung besitzt, sollte nachrechnen, ob vielleicht schon jetzt genug Geld für die Beerdigung angespart ist. Dann kann die Police beitragsfrei gestellt oder gekündigt werden.

Wünsche mitteilen

Wünsche zum Ablauf der Bestattung sollten schriftlich formuliert werden. Allerdings nicht im Testament, denn dies wird in der Regel erst nach der Beerdigung geöffnet. Vielmehr sollten die nächsten Angehörigen informiert oder ein Schreiben dem Pflegepersonal zur Aufbewahrung übergeben werden. Man kann sich auch direkt an einen Bestatter wenden und einen Vorsorgevertrag abschließen. Hier werden die genauen Vorgaben des Kunden und die Ausstattung der Beerdigung besprochen. Niemals den Dienstleister vorab bezahlen. Sollte das Institut bis zum Eintreten des Todes insolvent sein, ist das Geld weg. Stattdessen sollten die Zahlungen auf ein Treuhandkonto erfolgen, zum Beispiel bei der Deutschen Bestattungsvorsorge-Treuhand in Düsseldorf (Telefon: 0211/1600811), einer Serviceeinrichtung des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur. Das Geld ist zweckgebunden, wird verzinst und kommt im Todesfall dem Unternehmen zur Kostendeckung zu, mit dem ein Vorsorgevertrag besteht.

Mehr Informationen

Mehr zum Thema gibt es unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 55 (1 Minute = 0,62 Euro) bis 15. Dezember. Das Fax-Gerät auf "Polling" oder "Sendeabruf" stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken.

Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,90 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort "Bestattungen" an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

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