Bestechung in Deutschland: Zäher Kampf um Ehrlichkeit

Berlin - Im Kampf gegen Bestechung hat Deutschland kaum Fortschritte gemacht. Dies geht aus einem internationalen Vergleich der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International hervor.

Zwar gehört die Bundesrepublik zu den Ländern, in denen Korruption eher gering ausgeprägt ist. Die weltweite Position - Rang 16 unter 180 Staaten - hat sich allerdings nicht verbessert. An der Spitze der Rangliste - und damit die saubersten Länder - sind gleichauf Dänemark und Finnland. In den beiden skandinavischen Ländern ist die Korruption so gering ausgeprägt wie nirgendwo anders. Neuseeland folgt auf Platz drei. Zu den Schlusslichtern - und damit korruptionsanfälligsten Ländern - gehören Haiti, der Irak, Birma und Somalia. Transparency International, gegründet vom früheren deutschen Weltbank-Direktor Peter Eigen, stützt sich auf die Datensätze von zwölf unabhängigen Institutionen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr gab es vor allem in Südosteuropa deutliche Fortschritte. So hätten Kroatien und Mazedonien die Korruption besser in den Griff bekommen, hieß es. Dagegen gehörten Österreich und Thailand zu den Absteigern. Russland, das von ausländischen Firmen immer wieder an den Pranger gestellt wird, rutschte vom 121. auf den 143. Rang ab.

Von deutscher Politik und Wirtschaft verlangte Transparency eine "konzertierte Aktion", um im Kampf gegen Bestechungszahlungen von deutschen Firmen im Ausland voranzukommen. Die Korruptionsaffäre bei Siemens habe eine "Druckwelle von Reaktionen" ausgelöst, sagte der stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland, Peter von Blomberg. Dies müsse genutzt werden, um Auslandsbestechung insbesondere in großen Exportunternehmen entschlossener zu bekämpfen.

Die Schaffung eines bundesweiten Korruptionsregisters, in dem ertappte Firmen aufgelistet werden, könne den "Abschreckungseffekt" erhöhen. Ähnlich äußerte sich die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, Thea Dückert: "Wir unterstützen die Forderung nach einer schwarzen Liste für korrupte Unternehmen." 

dpa

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