Die besten Zahlen seit 13 Jahren

Nürnberg/ München - Die Arbeitslosenquote ist auf den niedrigsten Stand seit fast 13 Jahren gesunken. In Bayern lag sie im Oktober bei 4,5 Prozent, das sind rund 298 000 Erwerbslose. Im Bundesgebiet lag sie bei 8,2 Prozent. 3,434 Millionen Deutsche ohne Job waren gemeldet.

Das sind 110 000 Arbeitslose weniger als noch im September. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote im Bundesgebiet noch bei 9,8 Prozent gelegen, "Die gute Konjunktur verstärkt die übliche Herbstbelebung" sagte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg. Für 2008 erwartet die BA einen weiteren Rückgang um 300 000 bis 400 000.

In Bayern sank die Erwerbslosenquote binnen Jahresfrist von 5,8 auf 4,5 Prozent. In zwölf der 96 Landkreise und kreisfreien Städte lag die Arbeitslosigkeit bei unter drei Prozent, was Arbeitsmarktexperten als Vollbeschäftigung einstufen. Spitzenreiter ist der Landkreis Eichstätt mit 1,5 Prozent, gefolgt von Pfaffenhofen (2,2 Prozent) und Unterallgäu (2,3 Prozent). Erding und Freising verzeichnen Quoten von 2,6 Prozent, in Weilheim-Schongau liegt sie bei 3,5 Prozent, in Rosenheim bei 3,7 Prozent. Bei den Arbeits-Agenturbezirken sind Freising (2,6 Prozent) und Ingolstadt (2,7 Prozent) spitze.

Rund zwei Drittel des Stellen-Zuwachses entfällt auf das Verarbeitende Gewerbe und Unternehmensdienstleister. Die öffentliche Verwaltung sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe haben dagegen abgebaut. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren jüngere und ältere Arbeitnehmer. Die Zahl der Erwerbslosen im Freistaat unter 25 Jahren liegt um 25,9 Prozent unter dem Vorjahreswert, die der über 55-Jährigen sogar um 27,5 Prozent. Bayern folgt damit dem Bundestrend. "Der Jugendwahn lässt ein wenig nach. Die Betriebe suchen händeringend Fachkräfte und entlassen gleichzeitig weniger ältere Mitarbeiter", so Alt.

Laut Wirtschaftsministerin Emilia Müller ist in Bayern auch der jahrzehntelange Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit gebrochen. Die Zahl der Arbeitslosen, die zwischen 13 und 24 Monaten ohne Beschäftigung sind, ging um 46,3 Prozent zurück.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Verlängerung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt, die exakte finanzielle Belastung hänge von der gesetzlichen Ausgestaltung der Regelung ab. Die Bandbreite der Mehrausgaben bezifferte er auf 1,0 bis 2,9 Millionen Euro pro Jahr.

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