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Beteiligte halten sich im Landesbanken-Poker bedeckt

Stuttgart/München - Im Fusionspoker der Landesbanken haben sich die Beteiligten am Montag bedeckt gehalten. Weder bei der BayernLB noch beim bayerischen Finanzministerium oder dem Sparkassenverband Bayern waren weitergehende Hinweise zu den Spekulationen über einen angeblich erwogenen Zusammenschluss zwischen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der BayernLB zu erhalten.

Auch die LBBW in Stuttgart und die Landesregierung schwiegen. Ähnlich die Situation in Düsseldorf: "Wir bleiben bei unserer Linie, alle Optionen zu prüfen", sagte Regierungssprecher Andreas Krautscheid hinsichtlich der Pläne für die WestLB.

Ausgangspunkt für die Spekulationen über ein mögliches Zusammengehen der beiden süddeutschen Landesbanken war ein Gespräch der Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und Edmund Stoiber (CSU) am vergangenen Freitag.

Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen über Pläne für die Bildung einer "Super-Bank" aus LBBW und BayernLB berichtet. Die Nummer eins und zwei der deutschen Landesbanken-Landschaft würden zusammen das zweitgrößte Kreditinstitut in Deutschland nach der Deutschen Bank bilden. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) könnte die Düsseldorfer WestLB dazukommen.

Dem "Handelsblatt" (Montag) sagte Oettinger, eine Fusion strebe man nicht zwingend an. "Die Südschiene ist derzeit durch Dialog geprägt, durch nichts anderes. Aber letztlich ist nichts ausgeschlossen." Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa in München: "Es gibt Gespräche. Es gibt aber keinerlei Entscheidung über das Ob, über das Wie und das Wann." Bei der Bayerischen Landesbank wurde lediglich auf eine Äußerung von BayernLB-Chef Werner Schmidt verwiesen, der zuletzt erklärt habe, dass sein Haus "die Gespräche zu Veränderungen der öffentlich- rechtlichen Bankenlandschaft konstruktiv begleiten" werde.

In der "SZ" hieß es derweil, für die bayerische Regierung sei auch eine Fusion der BayernLB mit der WestLB denkbar. Ein "Beteiligter" sagte der Zeitung, "wir werden sicherlich noch in diesem Jahr eine Weichenstellung vornehmen". Dieses Thema werde nicht lange aufgeschoben. "Es wird kurzfristig zu einer Grundsatzentscheidung kommen."

Das Interview von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger (CDU) habe man "mit Interesse zur Kenntnis genommen", sagte Regierungssprecher Andreas Krautscheid in Düsseldorf. Es sei gut, dass Ministerpräsident Oettinger auch der Auffassung sei, es gebe keinen Zeitdruck. Oettinger hatte gesagt, er habe Verständnis, dass NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) alle Optionen prüfen lasse. "Ich habe keine Problem damit, wenn dieser Prüfungsprozess bis Anfang November dauert", sagte Oettinger.

Oettinger hatte in dem Interview den Düsseldorfern Entgegenkommen bei einer Fusion von WestLB und LBBW signalisiert. "Wir dürfen nicht einseitig an einem Standort Synergieeffekte durch Arbeitsplatzabbau realisieren", sagte er. Da es um eine Fusion und keine Übernahme gehe, müssten die Interessen der Standorte gewahrt werden. Es gebe die Möglichkeit zwei Hauptsitze für die fusionierte Bank zu erhalten. In Düsseldorf wird darauf verwiesen, dass die abwartende Haltung der NRW-Landesregierung bei Oettinger offensichtlich Wirkung zeige. Er äußere sich inzwischen deutlich konzilianter als noch vor einigen Wochen.

Ein Zusammengehen von LBBW und BayernLB könnte für die angestrebte Neuordnung der noch sieben unabhängigen Landesbanken von entscheidender Bedeutung sein - damit würde ein riesiges Süd- Konglomerat entstehen. Zur LBBW gehören bereits die Landesbank Rheinland-Pfalz und die Sachsen LB, zur BayernLB die saarländische Saar LB. Eine neue Großbank aus LBBW, BayernLB und WestLB würde sogar praktisch halb Deutschland abdecken.

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