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Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will den Standort Schönefeld bis 2040 auf 55 Millionen Passagiere erweitern. Foto: Patrick Pleul

Masterplan für Flughafen

Betreiber rechnen mit Zehntausenden Arbeitsplätzen am BER

"Berlin steht bereit." Trotz der jahrelangen Hängepartie um den neuen Flughafen versprechen die Betreiber den Airlines ein großes Ausbauprogramm. Das soll Vertrauen schaffen.

Schönefeld (dpa) - Der geplante Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens bringt nach Erwartung der Betreiber zahlreiche neue Arbeitsplätze.

An den Altflughäfen Tegel und Schönefeld arbeiteten heute 21 000 Menschen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in Schönefeld. Im Jahr 2035 könnten es nach Gutachten am neuen Airport 55 000 bis 65 000 sein.

Lütke Daldrup plant, den Standort Schönefeld bis 2030 auf 48 Millionen Passagiere im Jahr zu erweitern, bis 2040 auf 55 Millionen. Heute sind es im alten Schönefelder Terminal etwa 13 Millionen. Der neue BER-Terminal könnte heute 22 Millionen Passagiere schaffen. Doch dessen Eröffnung verzögert sich seit Jahren.

Nach jahrelangen Negativ-Schlagzeilen sei der Ausbauplan ein Signal an den Luftverkehr, sagte Lütke Daldrup. "Berlin steht bereit." Man werde die notwendige Kapazität bereitstellen. "Damit soll auch ein Stück Vertrauen in den Standort zurückgewonnen werden."

Sechs Eröffnungstermine für den Flughafen sind schon gekippt, ein neuer soll Mitte Dezember genannt werden. Als ausgeschlossen gilt ein Start vor dem Spätsommer 2019 - acht Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin.

Zwischen den beiden Start- und Landebahnen sollen vor und hinter dem neuen Terminal Schritt für Schritt neue Abfertigungsgebäude hochgezogen werden. Wenn der Flughafen erst in Betrieb ist, soll auch der Bau von Büros, Hotels, Geschäften und Kongressgebäuden in Gang kommen - verbunden von einer Hochbahn, so sieht es Lütke Daldrups "Masterplan" vor. "Zu einem Flughafen gehört auch ein Stück Stadt." Lütke Daldrup machte sich auch dafür stark, die U-Bahn-Linie 7 von Rudow im Süden Berlins bis Schönefeld zu verlängern.

Abschied nehmen die Planer von der Idee, einen Terminal-Satelliten auf dem Vorfeld mit einer Brücke oder einem Tunnel an das Hauptterminal anzubinden. Stattdessen sollen Passagiere durch eine Ladenpassage auf dem Vorfeld zum Satelliten gelangen. So kann im Flughafen von der Krawatte bis zum Cappuccino mehr verkauft werden und die Betreibergesellschaft verdient daran mit.

Start- und Landegebühren seien stark reguliert, erklärte Lütke Dalrup. "Wir müssen vor allem unser Geld mit Handel, Gastronomie und Services verdienen."

Das Unternehmen rechnet mit Ausbaukosten von 2,3 Milliarden Euro, von denen 700 Millionen schon im aktuellen BER-Finanzrahmen von 6,5 Milliarden Euro enthalten sind. Beim ersten Spatenstich 2006 waren die Verantwortlichen noch von zwei Milliarden Euro Baukosten ausgegangen. Planungsfehler und Baumängel, aber auch Erweiterungen machten das Projekt jedoch immer wieder teurer.

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