14,3 Prozent ausländische Beschäftigte

Oberbayerische Betriebe bauen auf Zuwanderer

München - In oberbayerischen Unternehmen arbeiten immer mehr Zuwanderer. Während der Anteil ausländischer Beschäftigter in den Betrieben vor fünf Jahren noch 11,6 Prozent betrug, liegt er heute bei 14,3 Prozent.

Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ohne ausländische Fachkräfte sei das enorme Wirtschaftswachstum nicht zu stemmen, sagte dazu Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern.

„Wegen der Vollbeschäftigung sind die Betriebe auf die Zuwanderung angewiesen, um die Lücken zu füllen, die durch den demografischen Wandel und durch die Rente mit 63 entstehen“, so Driessen. In München besetzen Zuwanderer seit fünf Jahren fast die Hälfte aller neu geschaffenen Arbeitsplätze: 33 500 von jährlich 71 000 neuen Stellen.

Der Fachkräfte-Mangel wird sich laut IHK weiter verschärfen. Heuer fehlen in Oberbayern bereits 113 000 Fachkräfte – insbesondere in technischen Berufen, Gesundheitswirtschaft sowie Tourismus und Gastronomie. Gesucht werden etwa Mechatroniker, Pfleger oder Kellner. Darum rekrutieren immer mehr Betriebe im Ausland: 24 Prozent der oberbayerischen Unternehmen – vor allem die großen – haben in den letzten Jahren Leute mit ausländischem Pass eingestellt, ergab eine IHK-Umfrage. Zu fast 70 Prozent werden Facharbeiter gesucht, es folgen Akademiker, Azubis und Meister. Künftig wollen die Unternehmen noch mehr Meister einstellen.

Zudem wird die Suche globaler: Bisher liegen 83 Prozent der Herkunftsländer in Europa, angeführt von Polen, Spanien und Ungarn. Künftig soll der Anteil nichteuropäischer Länder von 17 auf 28 Prozent steigen. Umso dringender werde eine gute Integration, um die Leute im Land zu halten, so die IHK. Zwar helfen 50 Prozent der Unternehmen etwa bei der Wohnungssuche oder Behördengängen. Doch die IHK fordert eine bessere Willkommenskultur und mehr Unterstützung für die Neubürger – etwa durch „Welcome Center“, gemeinsam konzipiert von Kommunen, Arbeitsagentur und IHK, wie es sie in Hamburg oder Berlin gibt.  

chu

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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