Betriebsrat schlägt Opel neue Struktur vor

- Rüsselsheim - In allen europäischen Opel-Werken soll heute wieder gearbeitet werden. Gleichzeitig würden die Verhandlungen des Gesamtbetriebsrates mit Opel-Mutter General Motors (GM) über den radikalen Sanierungsplan fortgesetzt, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Peter Klein. Nach einem mehrtägigen wilden Streik der Opel-Arbeiter in Bochum gegen das Sparprogramm hatten mehrere europäische Werke wegen Nachschubmangels ihre Arbeit einstellen müssen.

<P>GM will bis 2006 in Europa 12 000 Stellen abbauen, davon 10 000 - fast jeden dritten - in Deutschland. Ziel sei es nach wie vor, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. "Ich schätze ein solches Ergebnis als nicht unrealistisch ein", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der "Welt am Sonntag". Unterdessen stellte der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers dem Mutterkonzern General Motors (GM) ein neuartiges Unternehmensmodell vor. Es sei zeitgemäß, die rund 100 Tochtergesellschaften von GM in Europa zusammenzufassen und so Bürokratie und Doppelarbeit zu vermeiden, sagte Franz. Es werde diskutiert, die Europa-Holding von General Motors in Zürich in eine Europäische Aktiengesellschaft umzuwandeln und in Brüssel anzusiedeln. Ford sei mit dem Umzug seiner Europa-Zentrale von London nach Köln "effizienter" geworden, sagte Franz.<BR><BR>Alle Unternehmensstrukturen müssten untersucht werden. Neben der Integration der europäischen Tochtergesellschaften von GM gehe es auch darum, die Marke Opel und das Unternehmen zu europäisieren. Er habe GM einen entsprechenden Vorschlag vor einigen Wochen unterbreitet. "GM hat nicht abgelehnt. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne", sagte Franz. <BR><BR>Im "Spiegel" sagte GM-Europachef Fritz Henderson, das Sanierungsprogramm, mit dem die Kosten um jährlich 500 Millionen Euro gesenkt werden sollen, sei für 2005 und 2006 ausgelegt. "Es kann erreicht werden, ohne eine Fabrik dichtzumachen." Langfristig könne er aber das Aus für Betriebe nicht ausschließen.<BR></P>

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